Velvet-leaves: Words and Thoughts


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Jacob & Kapitel 4

Jacob

Anfangs hatte ich befürchtet, sie würde meine Entschuldigung ablehnen, doch als sie recht locker damit umging, war ich unheimlich erleichtert. Ich hatte wirklich versucht sie von mir zu schieben, aus meinem Kopf zu verdrängen. Doch vom ersten Tag an, schien es unmöglich. In ihrere Nähe spürte ich immer diese unglaubliche Anziehungskraft und Wärme. Ich fühlte mich so wohl in ihrer Umgebung, dass es mir fast schon Angst machte. Noch nie hatte ich mich so gefühlt und gerade jetzt kam es besonders ungelegen. Ich musste mich auf die Mission konzentrieren. Doch wie konnte ich das, wenn mir dieses Mädchen immer so nah war. Dieses Mädchen, das mich in den Wahnsinn trieb, ohne das ich wusste warum. Nachdem James mich allerdings gewarnt hatte, sie nicht zu verletzen oder mich wie ein Idiot zu benehmen, folgte ich seinem Rat. Zugegeben, es war nicht die schlechteste Entscheidung in meinem Leben. Aber ich wusste dennoch, dass es ein Fehler war. Den ganzen Abend über hatte ich sie beobachtet. Wie sie da saß und mit den anderen lachte und redete. Wie sie entspannt war und Spaß hatte. Ich hätte mich zu gerne dazu gesellt, aber ich konnte mich einfach nicht dazu überwinden. Irgendwann brachte ich es dann über mich und entschuldigte mich bei ihr. Geplant waren nur wenige Minuten, keine Stunden. Doch irgendwie blieb sie.Dankbar für das Feuerwerk - das mich umhinbrachte erklären zu müssen, was genau mich zu dem idiotischen Verhalten geführt hatte- betrachtete ich es interessierter als sonst. Irgendwann fingen wir an zu reden. Um ehrlich zu sein, redete sie die meiste Zeit. Sie verlor sich in ihren Worten darüber, wie sehr ein Feuerwerk doch der Geburt und dem Sterben von Blumen glich und wie wunderschön es sei. Die ganze Zeit lächelte sie vor sich hin. Und so wie ich sie von der Seite in den leuchtenden Lichtblitzen betrachtet,konnte ich einfach nicht anders als zu lächelen. Ihre blonden Haaren hingen in leicht zerzausten Strähnen über ihrer Schulter und fielen ihr ins Gesicht, wenn sie sich vorbeugte. Ungeduldig strich sie diese immer wieder zurück. Durch das sich ändernde Feuerwerkslicht leuchtete sie in rot,gelb und grünen Farbtönen auf, wodurch sie noch schöner wirkten. Ich hatte mich ehrlich gesagt nie sonderlich für Haare und Frisuren interessiert, doch ihre waren faszinierend. Die Art und Weise wie sie ihr über die Schulter fielen, bis zu ihren Hüften reichten, die kleinen geflochtenen Zöpfe die sich hier und da verstreut eingeflochten. Sie war einfach nur unglaublich schön. Während sie fasziniert vor sich hin lallte- mittlerweile war sie schon bei ihrem dritten Bier, was mich doch sehr überraschte, da es anfangs schien als wüsste sie nicht recht ob sie es mögen würde -zupfte sie ab und an, an ihrem gestreiften T-shirt und fuhr sich durch die Haare. All das nahm ich wahr ohne mich überhaupt konzentrieren zu müssen. Es schien als seien all meine Sinne nur auf sie ausgerichtet. Sie war einfach nur unglaublich süß. Alles an ihr. Die weiche Stimme, die glücklich funkelnden Augen, ihr unschuldiges Lächeln. All das und ihre Worte, die nie zu enden schienen, erfüllte mich mit einem unglaublich warmen Leuchten in meiner Magengegend. Wie stellte sie das nur an?! Ich kannte sie gerade mal zwei Tage und würde ihr am liebsten für immer zuhören. Den süßen Worten für immer lauschen.

Irgendwann schmiegte sie sich an mich, rollte sich auf der Ladefläche zusammen und schlief ein. Dabei murmelte sie irgendetwas von einem Kissen, was ich nicht ganz verstand, doch sie sah so friedlich aus, dass ich mich nicht traute nachzufragen. Irgendwann packten die anderen zusammen und liefen Richtung Jeep, der sich weiter im Wald befand. Sie gaben mir etwas Privatsphäre, was ich sehr zu schätzen wusste. Zusammen mit Lacy schaffte ich es auch irgendwann Annie auf den Rücksitz zu befördern, ohne das sie aufwachte. Die Heimfahrt verlief größtenteils ruhig. Ich betrachtet die Sterne am Himmel, lauschte der Stimme von Phil Collins und konnte nicht umhin, mich zufrieden zu fühlen. Nach so langer Zeit. Endlich begann ich mich wieder lebendig zu fühlen. Wie ein Teil des Lebens. Der Welt. Wie jemanden den man mögen könnte. Wie jemanden, der kein Leben auf dem Gewissen hatte.





Kapitel 4



Seufzend hielt ich mir den brummenden Schädel und warf noch eine Kopfschmerztablette ein. Die grellen Sonnenstrahlen blendeten mich, wodurch ich meine brennenden Augen leicht zusammenkneifen musste. In dem Versuch die Sonne abzuschirmen, hielt ich mir eine Hand schützend über die Augen und begutachtete das alte Backsteingebäude vor mir. Es war schön. Alles hier war schön. Die grüne Rasenflächen, die großen, offenen Hallen und schmalen bogenförmigen Durchgänge. Selbst die Freizeitangebote waren unheimlich reizvoll. Und dennoch wusste ich, dass ich all das nicht wollte. Nicht konnte. Stundenlange Vorlesungen. Lernen bis zum Umfallen. All die nervigen Parties die mir den Schlaf rauben würden. Nein. Ich konnte es nicht. Selbst wenn ich meine Eltern bzw. meine Mutter die sich in letzter Zeit zunehmend mit meiner College Laufbahn und “ach wäre es nicht toll wenn…” beschäftigt hatte. Jeden Tag erwähnte sie es mindestens ein Mal. “Annie, Schätzchen, wusstest du, das du dort sogar in der Bücherei arbeiten kannst?” 

“Tue ich doch jetzt auch schon.” Hatte ich damals mit vollem Mund erwidert. Oder: “Sieh mal hier, ist das nicht toll? Die haben sogar ein eigenes Museum auf dem Campus! Und eine Kunstgalerie!” Genau, weil man auch fünfmal am Tag in die gleiche Ausstellung geht. Wie damals verdrehte ich auch jetzt meine Augen und folgte der Karte Richtung Bibliothek.  Ich hatte sie gerade weggesteckt, als mich plötzlich jemand am Arm packte und in die nächste enge Seitengasse zog. Erfolglos versuchte ich mich loszureißen und erst als wir in der mitte einer Baumallee standen, dessen Blätter und Äste einen dichten Baldachin bildeten, hielt die Person an. “Aua, was sollte das?!”,rief ich aufgebracht und rieb meinen schmerzenden Oberarm. Das Mädchen nahm die Kapuze ihrer Sweatshirt Jacke ab und lächelte mich schmallippig an. Ihre roten Haare hingen in langen Locken fast bis zu den Knien. “Hallo? Wer bist du und was sollte-” Sie unterbrach mich in dem sie einen Finger vor den Mund hielt und ein “psst” wisperte. Dann zeigte sie an das Ende des von Baumkronen gebildeten Tunnels. Als ich sie fragend anschaute, deutete sie erneut darauf und war dann so schnell wieder verschwunden wie sie aufgetaucht war. Irgendetwas erschien mir seltsam an ihr.

Erst nachdem ich meiner Neugier folgend  den Tunnel durchquert hatte, fiel mir auf was es war. Ihre Augen. Ihre Iris war nicht von weiß umgeben,sondern es schien förmlich as ginge die Farbe einfach in den sonst weißen Teil, über. Sie waren goldbraun mit einer kleinen schwarzen Pupille in der Mitte. Wie bei einem Tier, dachte ich schaudernd.  Am Ende des Tunnels eröffnete sich eine Art kleine Lichtung, umgeben von Bäumen. Hier wurden anscheinend öfters Lagerfeuer gehalten. Überall konnte man Überreste von Aschehaufen sehen, sowie hier und da ein paar leere Bierdosen. Verwirrt runzelte ich die Stirn und schaute mich um. Was sollte das? War das irgendein blöder Scherz? Genervt wollte ich gerade umdrehen, als mich ein so starker Schwindel packte das ich mich am nächsten Baum abstützen musste. Eine Weile stand ich so da, bis der Schwindel sich in ein leicht pochenden Kopfschmerz verwandelte. Als ich langsam auf schaute stockte ich. Denn der Baum vor mir...hatte ein Gesicht. Das konnte nicht sein. Bestimmt hatte ich nur einen Sonnenstich und bildete mir Dinge ein. Doch auch nach mehrmaligem blinzeln konnte ich die verschiedenen Knoten und Einkerbungen noch deutlicher erkennen.Sie verformten sich zu einem erfreuten Gesichtsausdruck Bestimmt war es nur Zufall. Vielleicht hatte ich auch zu wenig getrunken und… - Oh nein jetzt veränderte er sich auch noch. Es schien mir als finge der Baum an zu sprechen. Sein Mund bewegte sich und seine Augenbrauen hoben sich fragend. Vor Schreck taumelte ich Rückwärts, stolperte über eine Wurzel und schlug mit dem Rücken zuerst auf. Kurz bevor ich das Bewusstsein verlor, meinte ich noch zu sehen wie der Baum erfreut auflachte.



Blinzelnd nahm ich die Blätter über mir war. Das Blätterdach verdeckte den Himmel nahezu vollständig, bis auf ein paar leere Ecken durch die der graue Himmel durchluckte. Grau? War der Himmel vorhin nicht wolkenlos? Wie lange war ich denn weggetreten? Hastig setzte ich mich auf und rieb mir den nun erneut pochenden Kopf. “Das tut mir sehr leid.” Die Stimme erklang hinter mir, weshalb ich mich aufrichtet und mich dieser Richtung zuwand. Dabei nahm ich die Umgebung in Augenschein. Die Feuerstellen waren verschwunden. Ebenso die Bierflaschen. Jetzt sah alles um einiges wilder aus. Nicht mehr so ordentlich. Mehr Bäume gab es auch. Träumte ich etwa noch? Die Person die sich nun vor mir befand, hätte ich am allerwenigsten hier erwarte. Mit zusammengekniffenen Augen betrachtet ich sie skeptisch.Es war eine Frau in den dreißigern mit langen dunkelbraun lockigen Haaren die ihr bis zur Hüfte gingen. Sie trug ein weißes Kleid, das aus Leinen zu bestehen schien und dennoch kunstvoll gefertigt war. Als sie nun langsam auf mich zu kam,berührte der Stoff den Boden. Sie trug weder Schuhe noch sonst etwas das vor dem nun kalten Wind schützen könnte. Leicht fröstelnd schlang ich mir die Arme um den Oberkörper. Immerhin hatte ich dem Rat meiner Mutter folgend, heute morgen meine dünne Strickjacke angezogen. “W-wer bist du?”, wollte ich leicht zitternd wissen. Ohne mir zu antworten kam sie immer näher, bis sie schließlich wenige Meter vor mir stehen blieb. Und als ich sie jetzt von nahem betrachtet wurde mir leicht schwindelig. Ihre Augen waren eine Mischung aus all den verschiedensten Grüntönen die ich je gesehen hatte. Sie wirbelten durcheinander wie in einem ewigen Karussell. Ich konnte darin die Bäume sehn die uns umgaben. All die Blumen, Pflanzen, Tiere. Alles was lebte und atmete. Ich konnte den gesamten Wald in ihren Augen sehn. Mir stockte der Atem. Erst als ich wieder tief Luft hielt bemerkte ich das sie mich freundlich anlächelte. Als sie sprach klang ihre Stimme sanft und weich. “Du glaubst gar nicht wie dankbar ich bin dich wiederzusehn.” Bevor ich mich darüber wundern konnte breitete sie auch schon ihre Arme aus und schloss mich in eine warme Umarmung. Sie roch nach,dem frischen Duft der Bäume, nach all den herben Pflanzen und süßen Blumen, dem klaren Fluss, dem rauen Wind. Sie roch so gut. Sie roch….wie Heimat.


      

Meine kleinen Füße trugen mich erstaunlich schnell. Zumindest fand ich das. Ich machte ein Spiel daraus und lief so schnell ich konnte von einem Baum zum anderen. Lachend und quietschend rannte ich fröhlich vor mich hin bis meine kleinen Füße über einen Stein fielen. Hart schlug ich auf dem Boden auf  und sogleich flossen kleine Regentropfen aus meinen Augen die sich bald in einen Fluss verwandelten. Dann schlang sich eine Wurzel um meinen Bauch. Einmal, zweimal, und hob mich hoch. Vorsichtig setzte diese mich auf einen der stärkeren Äste. Erst als die oberen Blätter langsam und beruhigend meinen Kopf streichelte, verebbten meine Tränen langsam. Aber der Schock des Falles saß immer noch. Leise Flüsternd trugen die Blätter Worte zu mir. Worte die immer da gewesen waren. Schon seit dem Beginn. Ich mochte sie. Die Stimme klang warm und beruhigend. Und wenn ich abends nicht einschlafen konnte, erzählte sie mir sogar Geschichten.  “Du bist gefallen nicht?” Wollte die Stimme wissen. Langsam nickt ich. “Und tut dir etwas weh?” Tat es das? Prüfend musterte ich meinen kleinen Körper von oben bis unten, schüttelte Arme und Füße.Doch es schien mir nichts weh zu tun. Mit großen Augen, schüttelte ich dann den Kopf. Ich konnte ihr Lächeln beinahe sehen. “Siehst du. Solange du hier bist, in deinem Zuhause wird dir nichts geschehen. Hier bist du sicher. Das weiche Moos fängt dich auf, der Fluss lässt dich nicht vertreiben, die Blumen und Blätter wärmen dich damit du nicht frierst. Solange du ein Teil des Waldes bist wird er dich immer beschütze. So wie du ihn eines Tages beschützen wirst.” Auch wenn mein kleines Kinderhirn diese Worte damals nicht so recht begreifen konnte, erfüllten sie mich dennoch mit einem Lächeln. Die Lilien und dünnen Äste schlangen sich enger um meinen Körper. Umarmten mich liebevoll. “Du wirst für immer mein kleines Waldmädchen sein” Die Stimme entfernte sich immer weiter bis sie ganz verschwunden war und der Wald wieder still da lag. Erst nachdem die Äste mich sanft auf dem Boden abgesetzt hatten, fingen die Vögel wieder an zu singen, die Blätter im Wind zu wehen und vereinzelte Tiere hin und her zu huschen. Fast wie wenn der gesamte Wald unserem gespräch gelauscht hätte.



Erschrocken schnappte ich nach Luft. “Du..ich...” Die Frau mir gegenüber nickte und schaute mich liebevoll an. “Mein kleines Waldmädchen”, flüsterte sie. Dabei wandte sie leicht den Blick ab, die glänzenden Augen konnte sie jedoch nicht verbergen. “Was...was ist passiert?” Eigentlich wollte ich so viel mehr fragen. “Wie kann das sein? Wer bin ich? Warum können sich Äste so bewegen? Heißt das, ich war nie verrückt und alles ist wahr? Wie soll ich den Wald beschützen und warum ich? Warum lebte ich im Wald?

Betrübt senkte sie den Kopf und begann zu erzählen. “Kurz nach dem Gespräch, ließ ich dich allein. Du verstands es gut dich mit den Naturics zu beschäftigen und zu spielen.”Als sie meinen verwirrten Blick sah,erklärte sie sich. “All das Leben des Waldes beinhaltet Magie. Sie fließt durch jede einzelne Pflanze, jedes Blatt, jeder Baum und schenkt innere Energie und Leben.” Auch wenn ich noch so viel mehr wissen wollte, blieb ich stumm bis sie fortfuhr. “ Du konntest dich oft stundenlang mit ihnen beschäftigen. Oftmals führtest du sogar tagelange Gespräche mit ihnen und erzähltest mir dann immer begeistert davon” Ihr Blick schien in die Vergangenheit gerichtet, denn als sie mich wieder ansah, konnte ich den sentimentalen Kummer darin erkennen. “Als ich den brennenden Schmerz spürte und den Rauch sah, war es schon zu spät. Ich versuchte so viel zu retten, wie ich konnte. Doch am Ende blieben nur einige wenige Bäume und Pflanzen übrig. Einige der Tiere konnte sich retten, doch für die meisten war es längst zu spät.” Vor Trauer zog sich mein Herz schmerzhaft zusammen. “Irgendeine Art Lagerfeuer der Menschen habe es ausgelöst, sagte man sich. Sicher weiß ich es bis heute nicht. Immerhin” , fuhr sie fort und holte dabei tief Luft, “Konnte ich dich mithilfe der Leafs noch rechtzeitig in Sicherheit bringen. Und trotz allem hab ich dich an dem Tag verloren.”


Gerade als ich aufschaute, spürte ich auch schon den sich bewegenden Blätterteppich. Er kitzelte mich leicht an den Füßen, was mich zum lachen brachte. Doch als die raschelnden Blätter mich immer schneller davon trugen verstummte ich. Etwas war falsch. Ich konnte sie spüren. Die nackte Panik und Angst. Sie ergriff von mir besitz. Hitze füllte meinen Körper, meine Augen brannten. Weinend und schluchzend stand ich da. Ich konnte mich nicht rühren. Nicht um Hilfe rufen. Spürte nur die immer näher kommende Hitze, hinter mir die alles verschlang und zerfraß was sie fand. Panisch wollte ich rennen, wegrennen doch die kleinen Blätter hielten mich fest im Griff. So schnell sie konnten trugen sie mich durch den Wald. Doch irgendwann ließ auch ihre Kraft nach. Und mit einem letzten Schubs entließen sie mich aus ihrem Griff und wurden sogleich von den sengenden Flammen verschlungen. Die pure Angst trieb mich nun vorwärts,doch ich stolperte immer wieder über Wurzeln die mich nicht wie sonst auffingen. Auch sie waren zu schwach. Irgendwann waren meine kleinen Füße so erschöpft das sie keinen Schritt weiter konnten. Angstvoll und kaputt kauerte ich mich an den nächsten Baum. Presste mich ganz fest an dess Stamm, sodass ich die raue Rinde spüren konnte. “Ich bin hier, alles wird okay” , schien er zu sagen. Dennoch schloss ich meine Augen kniff sie ganz fest zu, umschlang meine Knie mit den Armen und wartete auf die Hitze. Doch diese schien nie zu kommen. Nachdem ich irgendwann eingeschlafen war, fand ich mich auf etwas weichem wieder. Es war nicht so kuschelig wie das Moos und roch auch nicht so gut. Skeptisch betrachtet ich das grau schwarze Material. Dann stellte ich erschrocken fest das ich mich in eine Art Käfig befand. Er war zur Hälfte durchsichtig. Ich konnte den Sonnenuntergang sehen und Gestalten. Sie bewegten sich hin und her. Irgendwann deutete eine Gestalt auf mich, woraufhin ich mich panisch duckt und so klein wie möglich machte. Als das Gefängnis sich öffnete, schaute mich eine Frau lächelnd hatte. Ich hatte jemanden wie sie schon oft gesehen. Aber immer nur von weitem weil es hieß Menschen seien gefährlich. Und ich traute ihnen nicht. Angstvoll verkroch ich mich bis ans Ende des seltsamen Käfigs. “Hey, meine kleine. Hab keine Angst ja? Alles wird gut.” Sie lächelte beruhigend. Auch wenn es mich nicht im mindesten beruhigte. “Jetzt bist du in Sicherheit. Das Feuer ist gelöscht und wir bringen dich bald ins Krankenhaus.” Feuer? Krankenhaus? Voller Angst schüttelte ich verwirrt den Kopf. “Keine Angst meine süße alles wird gut,.” Nein, nein , nein. Ich wollte zurück zu meinen Freunden, dem kuscheligen Moos, dem ruhigen Wald. Ich mochte es hier nicht. Als die Frau bemerkte das ich mich unwohl fühlte, lächelte sie mich noch einmal an. Legte dann etwas kleines Rundes vor mich hin sowie Wasser in einem durchsichtigen Etwas. Dann schloss sie das Gefängnis wieder und ließ mich allein. Interessiert begutachtet ich das Runde etwas, schnupperte erst daran und biss ein kleines Stück ab. Es schmeckte unglaublich süß und warm. Hastig nahm ich noch einen Bissen und noch einen. Im nu war das Runde etwas verschwunden. Hungrig schaute ich auf meine nun leere Hand, von der ich die letzen paar Krümel leckte. Nach mehreren Versuchen schaffte ich auch endlich das Wasser zu befreien und trank gierig. Es schmeckt nicht so frisch und klar wie das Flusswasser aber es war okay. 

Anstatt mich wieder in den Wald zu bringen, brachten sie mich zu verschieden Orten, die ich allesamt nicht mochte. Sie waren viel zu hell und viel zu laut. Es gab zu viele Menschen und überhaupt gab es zu viel von allem. Erst nach mehrmaligem schreien und weinen ließen sie mich in Ruhe. Mehrere Monde blieb ich dort. In einem kleinen anderen Gefängnis mit einer kleinen durchsichtigen Öffnung und einer normalen Öffnung die aber meistens geschlossen blieb. Sie gaben mir Essen und ein Schlafplatz der so ganz anders war als meiner. In der Nacht vermisste ich das Heulen der Eulen und am Tag das Gras unter meinen Füßen. Die Zeit verging und nach und nach gewöhnte ich mich an das Leben dort. Ich begann die ständige Wärme zu schätzen, das vielfältige Essen und die Geschichten. Jeden Abend besuchte mich dieselbe Frau wie vom Anfang und redete, aber dabei schaute sie in ein Buch. Erst später fand ich zu meiner Bestürzung heraus voraus diese Bücher bestanden. Mit der Zeit begann ich ihre Sprache zu verstehen. Begann Ihre Kultur und ihr Leben zu verstehen. Und mir gefiel es. Ich machte Fortschritte. Sie waren so gut das mich die liebe Frau eines Tages mitnahm und nicht wieder zurückbrachte. Erst später erfuhr ich, dass der Wald in dem sie mich gefunden hatten nahezu völlig abgebrannt war.     


Ich erinnerte mich. Erschrocken fuhr ich aus der Erinnerung auf und sah...nichts. Die Frau war verschwunden. Ich konnte nur noch die geflüsterten Worte hören die durch die Blätter raschelten “Hilf dem Wald. Hilf uns allen”. Aber wie? Wollte ich fragen doch sie war ja sowieso schon fort. Ich verstand all das immer noch nicht richtig. Gerade erst hatte ich jemanden gefunden der mir hätte alles erklären können und dann verschwand sie einfach! Gerade als die Frustration und Wut immer mehr wurde, spürte ich eine sanfte Hand die mir über den Kopf strich. Gleichzeitig vernahm ich die Worte “Eines Tages wirst du  verstehen. Eines Tages wirst du uns alle retten”. Doch als ich meinen Kopf hob war da niemand. Auch sonst war niemand auf der Lichtung zu sehn. Außer all dem Müll. Anscheinend war ich an irgendeinem Zeitpunkt wieder aufgewacht oder was auch immer mit mir passiert war und hierher zurückgekehrt. Gedankenverloren begann ich in kreisen zu laufen. Okay. Ich war im Wald geboren. War ein Teil von ihm. Wurde aber dann adoptiert- etwas das mir meine Eltern nie erzählt hatten! Wie konnte sie nur! Wütend und verletzt lief ich auf und ab. Mein Kopf brummte und mein Herz schmerzte. Moment. Vielleicht...vielleicht war das alles ja nur ein Traum. Genau! Das musste es sein. Ich war so durch den Wind in letzter Zeit das es gar nicht anders sein konnte. Ich Idiotin! Ich schlug mir mit der flachen Hand auf den Kopf und verfluchte meine eigene Dummheit. Vermutlich brannten bei mir in letzter Zeit doch einige Sicherungen durch. Gerade als ich erleichtert- da alles doch nur ein Traum war, die Lichtung verließ spürte ich einen warmen, leicht brennenden Schmerz am Handgelenk. Verwundert hob ich meinen rechten Arm und stutzte. Es schien sich eine Art Armband darum zu befinden. Allerdings war es mehr ein Tattoo. Eines dieser Schlingpflanzen die sich um das Handgelenk wickelt, ähnlich einer Schlange gleich. Ich blinzelte einige Male, doch es war immer noch da. War es am Anfang noch etwas unscharf, so nahm es jetzt an Farbe und Konturen an. Wie bei einem echten Tattoo. Hektisch rieb ich mit dem Zeigefinger darüber, doch es verschwand nicht. Im Gegenteil. Es begann gelb golden zu leuchten und mit einem mal war die Wärme und das Brennen verschwunden. Okay. ganz ruhig. Bestimmt ist das nur die Sonne. Oder zu wenig Flüssigkeit. Eins von beiden musste es sein. Auch wenn sich in letzter Zeit die Seltsamkeiten häuften, wollte und konnte ich einfach noch nicht wahrhaben das die Möglichkeit bestand,  das ich doch nicht verrückt war. darum zog ich meinen Jackenärmel bis zur Hand und lief zurück durch den Baumtunnel und die enge Gasse. Kurz darauf trat ich vom Schatten in den Sonnenschein und ich fröstelte dennoch. Ohne einen Blick zurückzuwerfen begann ich irgendwohin zu laufen. Einfach nur weg. Zufälligerweise lief ich dabei direkt in die Arme meiner Mutter. “Da bist du ja! Liebes, ich hab dich schon vermisst”, meinte sie augenzwinkernd und deutet dann auf einen Abschnitt in der Broschüre. “Sieh mal! Ist die Bibliothek nicht schön? Die würde dir doch sicher gefallen. Meinst du nicht?” Ich brachte gerade so ein Lächeln zustande und folgte ihr. Die Bibliothek befand sich in einem eigenen etwas abgelegenen Gebäude und war atemberaubend schön. Trotz dem Knäuel an Gedanken mit dem ich während des Weges zu kämpfen hatte, konnte ich jetzt nicht anders als zu staunen. Erfreut fuhr ich die Rücken der alten Bücher mit dem Zeigefinger entlang und staunte über die Reihen an Büchern. Mr. Layton hatte zwar auch einen ganz stattliche Sammlung aber das war nichts im Vergleich hierzu! Reihe für Reihe zog sich in die Länge weiter als ich sehen konnte. Und wie es aussah gab es sogar mehrer Stockwerke! 

Nach einer gefühlten wunderschönen Ewigkeit im Paradies wo ich meinen Gedanken entfliehen konnte, traf ich mich mit meiner Mutter im Campus Cafe. Sie fing sogleich an über das College zu schwärmen und erzählte mir von all den tollen Programmen und so weiter. Mein Blick begann sich dabei in meiner Teetasse zu verlieren. Dort drehte sich das Wasser immerzu im Kreis. Gerade erst angestoßen von der Kraft meines Löffels drehte es sich nun immer weiter und weiter. Würde die Erde auch irgendwann aufhören sich zu drehen? Würde der Umlaufbahn irgendwann die Kraft ausgehen oder der Schwerkraft? Oder war sie immer zu existent seit dem Urknall und würde es auch immer sein? “Annie?”

 “Hmm?” Fragend schaute ich auf. “Mensch Annie was ist denn in letzter Zeit los mit dir? Du bist immer so abwesend.” Achselzuckend kaute ich auf der Unterlippe und betrachtete meine Mutter. Ich weiß das sie ihr bestes gibt und mich immer wieder aufbaut und versucht mir zu helfen. Und darum liebte ich sie auch so sehr. Doch mit all dem was passiert ist, mit all dem was gerade passiert...Seufzend entschuldigte ich mich. “Ich weiß. Es tut mir leid, aber in letzter Zeit geht einfach so viel in mir vor und-.” Mit einem warmen Lächeln unterbrach sie mich. “Ich weiß meine kleine.” Sanft nahm sie meine Hand in ihre und drückte sie.  “Ich will doch nur das du glücklich bist. Und ich dachte mir ein paar Freunde und ein geregelter Tagesablauf würden dir vielleicht gut tun.” 

“Das weiß ich auch zu schätzen, wirklich”.  Mein leichtes Lächeln war echt und ich meinte es auch so. “Ich habe Freunde und in der Bibliothek bin ich doch beschäftigt.” 

“Nun  aber Mr Layton ist doch nun nicht wirklich kein Freund mit dem du dich austauscht, oder?! Mit hochgezogenen Augenbrauen lächelte sie mich amüsiert an. “Nein.” Schmunzelnd nippte ich an meinem Tee. “Ich meine James und sein...seine Freunde”

 “Ach ja?” Interessiert hob sie den Kopf. Mein Versuch sie mit einem zustimmenden Nuscheln zufrieden zu stellen, scheiterte maßgeblich. In dem Fall war sie eine der besten Moms die es gab. Vor dem Unfall hatten wir schon immer gerne geredete und uns ausgetauscht. Manchmal sogar stundenlang. Neben Theo war sie immer meine einzige Freundin gewesen die immer für mich da war. Selbst dann als ich mich zurückgezogen hatte, blieb sie an meiner Seite und hatte immer ein offenes Ohr. Daher begann ich ihr von James und seinen Freunden zu erzählen. “Ach daher kamst du letztens erst so spät nach Hause”,meinte sie augenzwinkernd als ich geendet hatte. Zugegebenermaßen, es nicht das schönste für Eltern wenn ihr Kind ihnen mehr entgleitet, doch es heißt zugleich auch das sie einem-also mir- mehr Freiheiten gaben. Sie wollen mich nicht bedrängen oder einschüchtern. Einer der Gründe dafür, warum ich keinen Hausarrest oder ähnliches bekam, als ich nach der Begegnung mit Jacob erst so spät Heim kam. Nickend antwortete ich ihr, woraufhin sie mich über den Tisch hinweg umarmte. “Ich bin so stolz auf dich!” Nicht unbedingt das was jede Mutter ihrer 18 jährigen Tochter sagen würde nachdem sie zu lange mit Freunden weg war. Aber ich war ja auch nicht wie jede Tochter.

Lachend und quatschend saßen wir noch eine Weile dort, tauschen uns über alles mögliche aus und genossen es endlich mal wieder so zu sein wie früher. Ich erzählte ihr sogar davon wie peinlich ich mich anscheinend nach den paar Bier aufgerührt hatte, was sie beinahe Tränen weinen ließ vor lachen. “Gutes Kissen? Ernsthaft?” Mit geröteten Wangen vergrub ich meinen Kopf zwischen meinen Händen. Lachend tätschelte sie meinen Kopf und meinte nur : “Ach meine Kleine, das kannst auch nur du.” Ich konnte die Liebe darin und sogar ein wenig Stolz heraushören. Das und die Tatsache das ich schon lange keine so schöne Zeit mehr mit ihr gehabt hatte, erwärmte mein Herz. Ich fühlte mich wohl und gut. Und das Gefühl wurde sogar noch besser als ich daheim ankam und mein Handy piepste. Nachricht von Unbekannt stand dort. Ich runzelte die Stirn und dachte nach. Bisher hatte ich hier noch niemandem meine neue Nummer gegeben, außer natürlich Mr Layton. Verwundert öffnete ich die Nachricht. Als mein Blick zum Absender wanderte, blieb mein Herz stehn. Liebe Grüße, Jacob. Jacob!? Woher hatte der meine Nummer?? Verwirrt begann ich die Nachricht zu lesen.


Hiermit bitte ich dich um meine tiefste Entschuldigung. Ich hoffe das ich dich trotz der Umstände auf ein Versöhnungsessen einladen kann. Ich würde dich gerne morgen um 14 Uhr bei dir abholen. Selbstverständlich zu Pferde nicht zu Fuß. Über eine umgehende Antwort wäre ich sehr erfreut.

Liebe Grüße, Jacob

P.s. Ich habe deine Nummer von James, der sie von Mr Layton hat, ich hoffe das ist okay

P.P.s. James meinte er finde die Nachricht etwas zu viel, aber ich dachte mir, du könntest sie mögen. Bitte, bitte mag sie!


Als ich zu dem Teil der Nachricht kam musste ich unerwartet grinsen.


P.P.P.s Danke für das tolle Kompliment! Bewerbe mich demnächst als Kissen!


Oh nein. Ich konnte spüren wie sich peinlich berührt meine Wangen röteten. Nach mehrmaligem durchlesen der Nachricht war ich immer noch unsicherer. Es war nicht so das ich ihn nicht sehen wollte… nur… es ging gerade so viel vor sich und ich war noch nicht mal dazu gekommen, mir weiterhin Gedanken über die Sache mit dem Sturz zu machen. Oder warum ich so plötzlich diesen Drang verspürt hatte. Daher ließ mich auf meine kuschelige Fensterbank nieder und dachte nach. 

 

 

 

Darfst mich auch gerne kritisieren btw^^

18.3.20 10:21


That Time of the day

Irgednwie ist es echt verdammt ironisch. Als wir beide noch Kontakt hatten, habe ich mich in meinem Zimmer versteck, Menschen gemieden und die Zeit mit mir selbst genossen. Es gab nichts besseres. Und jetzt mit den Depressionen ist es genau Umgekehrt. Ich habe diese Innere Leere, die meist davon kommt wenn man sich von sich selbst abgespalten hat, weil man nicht gut genung war etc und sich dann angepasst hat. Jedenfalls verfalle ich von einer Sache in die andere in dem Versuch meine Leere zu füllen, obwohl ich genau weiß das es nichts bringt. Moment handelt es sich glaube ich um soziale Kontake wo es fast ein Zwang ein Need ist mit anderen zu kommunizieren. Und das ist genauso falsch wie sich immer nur zu verstecken. Aber ich verbringe ja schon Zeit mit mir, rede mit mir, bin für mich selbst da, versuche mich nicht so zu verurteilen und in Schutz zu nehmen. Ich weiß auch das so etwas lange dauern kann, aber ich meine es muss ja irgednwann besser werden...Ich weiß auch das man die Leer wie alle negativen Gefühle einfach aushalten sollten anstatt sich abzulenken weil einen der Körper ja nur darauf hinweißen will das etwas nicht ganz stimmt. Aber das weiß ich ja schon. Und ich versuche und mache ja schon einiges...aber irgendwie hilft es nicht . Ich wil Aufmerksamkeit und Zuwenudung von anderen, ich brauche es gerade so sehr. Aber ich höre mir doch selbst zu und versuche mich gut zu behandeln, was soll ich denn da noch mehr machen? Ich weiß ich finde all das auch in mir selbst was andere mir geben können aber wenn ich mich gerade unbediengt unterhalten will und austaschen will, ich meine soll ich noch mehr Selbstgespräche führen als sonst? Oder eine fiktive Unterhaltung mit mir führen und Aufschreiben? Ich weiß einfach nicht was ich machen soll und bisher hab ich nicht viel hielfreiches gefunden. Den letzten Termin bei meiner Therapeutin will ich auch nicht unbedingt aufbrauchen...vielleicht kann ich ihr ja mal eine E-mail schreiben mal sehen. Aber es ist einfach nur krass wenn man sich so sehr nach etwas sehnt und dann andere keine Zeit haben. Erinnert mich sehr an die Zeit als ich nihct mit dir schreiben konnte wenn du beschäftigt warst. Was wiederum ironishc ist weil da hatte ich die engste Beziehung mit mir selbst überhaupt....warum brauche ich dann immer noch die Aufmerksamkeit von anderen? Warum reicht es mir nicht wenn ich mir selbst sage das ich gut genung bin und mir zuhöre? Ich verstehe es einfach nicht. Anscheinedn geht es vielen mit nem niedriegen Selbstwertgefühlt so, wa sich habe und was aus der Kindheit resultiert und man soll dann die alten wunden bzw emotionen verarbeiten. Momentan weiß ich halt nicht ob ich die emotionen von damals verdrängt habe oder schon verarbeitet habe. Ich weiß einfach momentan nicht weiter...Ich weiß nur das diese innere Leere scheiße weh tut und schreiben das einzige ist was wenigstens ein wenig hilft. Außerdem vermisse ich meinen Kater. Vermisse ihn so so sehr. Ich weiß es ist nicht Mamas Schuld das er weg musste aber dennoch...ich vermiss ihn einfach.

 

Um auf deinen Kommentar einzugehen:

Ich weiß das du vermutlich verneine wirst, aber irgednwann würde ich dennoch sehr gerne deine Geschichte lesen. Am Anfang hatte ich auch nur wirre, unzusammenhängende Szenen, aber mit der Zeit und einfach weiterschreiben, hat es gepasst, ich habe Dinge geändert, bearbeitet und neu geschrieben und irgednwann findet sich der rote Faden von allein, nur nicht aufgeben (;

Dürfte ich vielleicht wenigstens wissen worum die Geschichte handelt?

 

P.s. Bleib gesund und pass auf dich auf, in dem ganzen Corona Mist gerade .

17.3.20 18:10


Jacob & Kapitel 3

Du glaubst gar nicht wie unendnlich glücklich es mich macht, endlich Jemanden zu haben, der sie auch wirklich liest und mir Feedback gibt und sich dafür interessiert....Es bedeutet mir unglaublich viel...Mehr als ich mit Worten ausdrücken kann. Danke <3

Weißt das etwa du schreibst auch an einer Geschichte?

Und es freut mich sehr das es dir bisher gefällt (: Ich werde jetzt immer zwei Kapitel posten, insgesamt sind es so 22, bin eigentlich fertig, bis auf ein paar Überarbeitungen und so^^

 

 

Jacob


Nachdem sie sich hektisch umgesehen hatte, fluchte sie. Als sie schließlich fand wonach sie gesucht hatte, schlüpfte sie in ihre vom Feuer erwärmte Jacke und war gerade dabei aus der Tür zu stürmen, als ich mich direkt davor stellte. “Hey, was soll das?” Ihr Mund war zu einem verärgerten Strich zusammengepresst, doch ich konnte sehen, dass sie den Tränen nah war. Um sie etwas zu beruhigen, senkte ich meine Stimme und legte ihr eine Hand auf die Schulter. Sie versuchte nicht, sie abzuschütteln. Immerhin. “ Jetzt beruhig dich erstmal okay? Ich weiß dass sich deine Eltern bestimmt Sorgen machen,aber erstens schüttet es draußen wie aus Eimern und zweitens weißt du ja noch nicht mal wo du lang musst.” Als sie plötzlich bleich im Gesicht wurde, weil ihr anscheinend bewusst wurde, dass sie sich mitten im Nirgendwo mit einem Fremden befand, sprach ich schnell weiter. “ Ich werde dich Heimfahren, okay? Allerdings muss ich hier noch etwas erledigen.” Hoffentlich hatte bis dahin auch der Regen nachgelassen. Erleichterung machte sich in ihrem Gesicht breit und sie lächelte leicht. “Danke.” War alles was sie sagte. Kaum ausgesprochen, machte sie auf dem Absatz kehrt und ließ sich wieder aufs Bett sinken. Soweit so gut. Im Kopf ging ich nochmal alles durch was ich zu erledigen hatte und fing mit dem leichtesten an. Ich zog mein Handy aus der Tasche und schrieb James eine Nachricht. Ein kurzes Piepen darauf, antwortete er mit: “Kein Problem, wird gemacht.“ Dankbar atmete ich durch, löschte dann das Kaminfeuer, überprüfte ob alle Fenster geschlossen waren, die Elektrizität war ausgeschaltet und genug Vorräte waren auch vorhanden. Während ich mir meine Regenjacke überstreifte, schnappte ich mir mein Handy und erklärte Annabelle den Weg zum Auto, während ich die Tür extra zweimal abschloss. Man konnte nie wissen. Auch wenn der Regen bereits etwas nachgelassen hatte, mussten wir dennoch schnell laufen. Zum Glück trieb uns der kalte Wind  sowieso schneller voran. In der Ferne grollte der Donner und ich konnte sehen wie Annabelle neben mir leicht zusammen zuckte. Kurz vor der Waldgrenze blieb sie stehn und schaute mich verunsichert an. “Müssen wir...da durch?” Sie klang ängstlich, auch wenn ich absolut nicht verstand warum. Hatte sie etwa Angst vor Wäldern? “Ja, leider gibts hier keinen anderen Weg zur Hauptstraße.” Aufgrund des gerade grollenden Donners musste ich meine Stimme etwas heben. Unsicher ob sie mich verstanden hatte, wartete ich ab. Nach einer Weile nickte sie schließlich und lief voraus in den tiefen, dunklen Wald. Eine Zeit lang konnte man nur das Tröpfeln auf den Blättern hören. Die Strecke verlief größtenteils gerade und nachdem wir die erste Abzweigung genommen hatten, geschah etwas seltsames. Vielleicht war es auch nur Einbildung, da ich aufgrund der letzten zwei Tage kaum Schlaf bekommen hatte und wenn doch, war er geplagt von Albträumen. Ich sah wie sie uns jagten und einen nach dem anderen töteten, immer und immer wieder. Bei der Erinnerung schauderte mir und ich schloss kurz die Augen, um die Bilder loszuwerden. Doch als ich sie wieder öffnete,konnte ich es dennoch deutlich sehen. Durch ihre Haare, die aufgrund des Winds ganz verstrubbelt waren, wuchsen kleine dünne Blätterranken. Bei jedem Schritt wurden sie länger, sodass sie ihr bald bis über die Schulter reichten. Immer noch erschrocken starrte ich darauf. Jetzt schlingelten sich auch noch Wurzeln an ihren Ohren entlang und bildeten seltsam schöne Muster. Doch Annabelle schien von alledem nichts zu bemerken. Kurz nachdem wir aus dem Wald auf die Hauptstraße kamen,zogen sich sowohl die Wurzeln als auch Blätterranken zurück. Sie verschwanden so schnell wie sie aufgetaucht waren. Verwirrt rieb ich mir die Augen und steuerte auf meinen alten Pick up zu. Mein Vater hatte mir vor ein paar Wochen beim Schleifen und Lackieren geholfen. Die 15 Jahre machten sich mittlerweile doch bemerkbar. Es war sein erstes Auto und immer wenn er sie sah lächelte er sehnsüchtig vor sich hin. Er liebte sie und hatte sie mir  vermacht nachdem er mir das Fahren beigebracht hatte,mit der Bitte gut auf sie aufzupassen. Bisher ist es mir recht gut gelungen, doch man merkte ihr an, dass sie bereits ein altes Mädchen war. Bevor wir einstiegen klopfte ich ihr kurz auf das Dach- eine alte Art von mir sie zu begrüßen- und stieg ins Auto. “Alles okay?” Besorgt warf ich einen Blick auf dieses kleine Wesen mit den Honigblonden Haaren, die ihr momentan in nassen Strähnen über den Schultern hingen. Trotz des recht mitgenommenen Zustandes, war sie wunderschön. Schon seit ich sie zum ersten Mal richtig von nahem gesehen hatte, spürte ich diese angenehme Wärme in meiner Brust und fühlte mich ungemein zu ihr hingezogen. Natürlich fühlte ich mich zu so ziemlich allen weiblichen Wesen hingezogen, besonders wenn sie hübsch waren, doch bei ihr war es irgendwie anders. Sie hatte etwas an sich das mich direkt faszinierte und tief berührte. Diese dunkelgrünen Augen, vermischt mit leichten hellgrünen Sprenkeln. Den süßen Sommersprossen und der….

” Nu-...nur ein wenig kalt“, antwortete sie mit klappernden Zähnen. Komplett aus meinen Gedanken gerissen reichte ich ihr einen meiner alten Wollpullover und eine warme Decke und befahl mir mich von nun an, zu konzentrieren. Daher lenkte ich mich ab, stellte die Heizung ein, schaltet das Radio an und fuhr los. Die meiste Zeit redeten wir nicht viel. Aus dem Augenwinkel nahm ich allerdings wahr, wie sie die Zeilen von “Love tonight” von Phil Collins leise mitsang. Ich meinte sogar ein kleines Lächeln auf ihren Lippen zu sehen. 


An der Adresse angekommen, die sie mir zuvor genannt hatte, musste ich Annabelle leicht wachrütteln. Den Rest der Fahrt hatte sie komplett verschlafen und ich muss zugeben, dass es ein wirklich niedlicher Anblick war. Ohne auf mein Rütteln zu reagieren, murmelte sie nur etwas vor sich hin und schlief weiter. Irgendwann gab ich es auf sie wachzukriegen und nahm sie kurzerhand in meine Arme. Beim Haus angekommen, öffnete ich leise die Tür und lief die Treppe hoch. Zu gut dass die Kriminalitätsrate bei uns sehr niedrig war. Oben angekommen legte ich sie sanft in ihrem Bett ab und wollte gerade gehen, als sie meinen Arm packte und ein leises “Danke”,murmelte. Im Mondlicht, das auf ihr Kissen fiel wirkte sie beinahe engelsgleich. Wieder spürte ich diese Nähe und Vertrautheit. Lächelnd strich ich ihr über die Haare und lief zurück zu meinem Auto. Ohne gleich loszufahren wartet ich ab, ob irgendein Elternteil rauskommen würde, um mir die Leviten zu lesen, doch alles blieb still. Glück gehabt. Zur Musik von Phil Collins pfeifend fuhr ich nachhause und lächelte in mich hinein.  




Kapitel 3

Zähneknirschend schloss ich meine Augen. Um mich zu beruhigen,zählte ich langsam von eins bis hundert. “Schwieriger Kunde?” James lehnte am Tresen vor mir und lächelte mich mitfühlend an. “Kannst du wohl sagen”, erwiderte ich und seufzte leicht. “Mrs. Dally ist echt ´ne harte Nuss und ´ne kleine Schreckschraube, wenn du mich fragst” Er ließ seinen Finger neben seinem Kopf in der Luft kreisen, um zu verdeutlichen wie verrückt sie wirklich war. “Aber das wird schon noch, glaub mir.” Aufmunternd lächelte er mich an und zwinkerte mir zu. Daraufhin bedankte ich mich und entschuldigte mich kurz. In dem kleinen Lager bzw. Besprechungsraum ließ ich mich auf eine alte, staubige Couch sinken und atmete tief durch. Ich war schon immer ziemlich anfällig, wenn es um schwierige Situationen oder Menschen ging. Und immer dann, wenn ich ihn gebraucht hatte, war Theo bei mir, um mir damit zu helfen. Mit ihm war es einfacher. Selbst danach konnten wir einfach weiter herumalbern wie zuvor. Doch jetzt war Theo tot und ich allein.  Schon damals konnte ich mir ein Leben ohne ihn nicht vorstellen und jetzt zeigte sich wieder wie schwierig es wirklich war. Mein Hals verengte sich, Tränen stiegen mir in die Augen. Ich kann das nicht ohne dich...Theo ich- “Annie!” Unterbrach James auf einmal meinen Gedankengang. “Kannst du mal in den Laden gehen? Ich glaube wir haben Kundschaft.” Rief er vom oberen Stockwerk herab. Hastig rappelte ich mich auf, trocknete mir die leicht feuchten Tränen und lief Richtung Tresen. Dort angekommen sah ich erst niemanden, weshalb ich mich umsah und wartete. Als nach wenigen Minuten immer noch niemand auftauchte, widmete ich mich den Ausleihbestellungen unter dem Tresen. Gerade überflog ich die Ausleihliste eines gewissen Mr. Merrn, als ich ein leises Räuspern vernahm. Mit geröteten Wangen blickte ich entschuldigend auf und… erstarrte. Bilder der Nacht formten sich in meinem Kopf und verschwanden in Sekundenbruchteilen wieder im düsteren Nebel. “Jacob?” 


Nachdem ich wie gerädert in meinem Bett aufgewacht war und mich langsam an die vorherige Nacht erinnerte, wurde mir leicht schwindelig. Dieses Gefühl, das man hat, wenn man etwas tut von dem man total überzeugt ist und glaubt das richtige zu tun, nur um am nächsten Tag festzustellen wie dumm es doch eigentlich war, durchfuhr mich wie ein Blitz. Verdammt! Was hatte ich mir nur dabei gedacht, einfach so von der Klippe zu springen?? Wie konnte… warum… wieso…in meinem Kopf herrschte ein so großes Aufgebot an Fragen, dass er anfing zu pochen und der Schwindel zunahm. Um mich etwas zu beruhigen,  öffnete ich mein Fenster und zog die kalte Morgenluft tief in mich ein. Nach ein paar Atemzügen ließ der Schwindel nach. Nur die Fragen blieben. Den ganzen Tag über zerbrach ich mir den Kopf, darüber was genau mich dazu getrieben hatte und wie ich den Fall von den Klippen, nahezu ohne Verletzungen überlebt hatte. Meinen Eltern hatte ich nur gesagt, dass all die kleinen Kratzer vom Dornenbusch im Garten kamen. Widerwillig, wenn auch leicht skeptisch, nahmen sie mir die Ausrede ab. Leider kam ich zu keinem schlüssigen Ergebnis, wodurch ich keine Entschuldigung mehr hatte, nicht darüber nachzudenken. Oder besser gesagt,  wen. Jacob. Eigentlich schien er mir ein recht durchschnittlicher Typ. Etwas kräftiger vielleicht, als die meisten seines Alters aber sonst schien er mir ganz normal...Bis auf seine Augen. Sie schienen mich magisch anzuziehen und wenn mein Blick in ihnen versank, zogen sie mich in einen Strudel aus Geborgenheit, Sicherheit und Verständnis. Anfangs hatte ich- zugegebenermaßen, Angst vor ihm. Nicht nur weil er ein Fremder war, sondern vielmehr, weil ihn eine gewisse Düsternis zu umgeben schien. Trotz seiner netten Art und seines Lächelns, schien ihn diese dunklen Wolken zu umgeben, die nie wirklich verschwanden. Gegen Abend ließ ich meinen rauchenden Kopf gegen die Sessellehne fallen, schlug mein Notizbuch auf und fing an zu zeichnen. Immer dann, wenn ich gedanklich in einer Sackgasse festsaß,half mir der Grafitstift, der leise auf dem Papier kratzte und Formen und Szenen auf leeren Seiten entstehen ließ. Es half mir, meine Gefühle und Gedanken zu ordnen und ihnen einen Raum und Platz zu geben. Mit der Zeit wurde ich immer müder, hörte jedoch nicht auf, bis ich die Zeichnung beendete hatte. Und kurz bevor ich einschlief warf ich einen letzten Blick auf die vollendete Zeichnung. Ein Baum, der inmitten einer Lichtung stand, strahlte so viel Licht aus, das die Bleistiftlinien, die dieses darstellen fast das ganze Papier ausfüllen. Aus der Mitte des Baumes sahen mich Augen an, die mir nur allzu bekannt waren, wodurch mich sogleich ein eisiger Schauer und ein warmes Kribbeln durchfuhren.


Ohne mir zu antworten, nickte er mir nur zu und legte einen Zettel auf den Tresen. Leicht perplex durch sein verschlossenes Verhalten, nahm ich mir diesen und laß ihn durch. Es waren verschiedenste Bücher gelistet und auch ein Name: Theresa Wood. Fragend hob ich eine Augenbraue, als auch schon James in den Raum stürmte und so viel auf einmal redete, das ich ihn kaum verstand. Erst als er einen Stapel Bücher auf der Theke platzierte, verstand ich dass es sich wohl um eine Ausleihebestellung handelte. Und mein lieber Freund Jacob war der Laufbursche. Geschieht ihm nur recht, dachte ich verbittert. Was sollte das? Letztens war er noch unglaublich nett und jetzt nur noch so...kalt. Ja, kalt war das richtige Wort. Er schien wie eingefroren, nur mit dem Unterschied, dass er sich bewegen konnte. “Hier, bitte”, meinte jetzt James und schob Jacob den Stapel zu. Dieser nickte nur, schnappte sich den Stapel und lief Richtung Tür. “Ach ja und richte Tante Claire liebe Grüße aus”, rief ihm James noch hinterher, bevor Jacob nach draußen verschwand. “Was war das denn ?”, wollte ich verwundert wissen. “Ach, mach dir keine Gedanken. Jacob kann sich manchmal echt daneben benehmen.” Hatte ich auch schon bemerkt. Hmm. Ob sein seltsames Verhalten wohl mit mir zu tun hatte? Entschlossen schüttelte ich den Kopf. Schließlich hatte er sich auch normal verhalten als er mich gerettet hatte. “Na ja,  immerhin hast du jetzt schon meinen Cousin getroffen”, meinte James leichthin und schüttelte ratlos seinen Kopf, woraufhin seine dunklen Locken hin und her wippten. Irgendwie erinnerte er mich dabei immer an einen Pudel,  wie - Moment. Cousin? Mit etwas Verspätung schaute ich ihn entgeistert an. “Ja kaum zu glauben, was? Also mein gutes Aussehen war bei ihm definitiv nicht drin.” Scherzhaft zwinkerte er mir zu und grinste breit. Ich erwiderte das Lächeln und dankte ihm innerlich. Seit den zwei Wochen, die er hier nun schon arbeitet, hatte ich ihn mehr und mehr, lieben gelernt. Er war einfach ein urkomischer Vogel, den man immer gerne um sich hatte. Lacy konnte sich wirklich glücklich schätzen. 

Nach drei weiteren Stunden Arbeit, die aus Bücher einsortieren, Bestellungen entgegennehmen und aufräumen bestanden, fiel ich erschöpft in den kleinen Sessel, in einer der hintersten Leseecken. Mr. Layton erlaubte es mir immer, länger zu bleiben, sofern ich danach auch abschschloss, was ich natürlich immer gewissenhaft tat. Irgendwie war es einfach viel schöner umgeben von so vielen Büchern zu lesen. Zwar hatten wir daheim auch eine kleine Bibliothek, inklusive der Büchersammlung meines Vaters, allerdings konnte die bei weitem nicht mithalten. Genussvoll zog ich den Duft des alten Buches ein und begann zu lesen. Nach wenigen Seiten, vernahm ich Stimmen vom vorderen Bereich und horchte neugierig auf. Eigentlich hatten wir ja schon geschlossen…”Dann kommst du also nicht?”,wollte eine Mädchenstimme schmollend wissen. “Ja, tut mir leid. Kam was dazwischen.” war das nicht…. “Na gut, dann sorge aber dafür dass du nichts anstellst.” James Stimme, klang strenger als sonst. Mittlerweile hatte ich mich langsam vorgeschlichen, um die Unterhaltung besser zu verstehen, als ich plötzlich an einem kleinem Tischchen hängen blieb, wodurch eine kleine Öllampe zu Boden fiel. Zum Glück war sie aus. Leicht verschreckt blieb ich stehen,bis ich ein Gesicht erblickte, das am anderen Ende des Regals, den Kopf hervor schob. Es war ein Mädchen, vermutlich etwas älter als ich, mit rabenschwarzen Haaren, dunkel umrandeten Augen, zwei Piercings in der linken Augenbraue und grauen Augen. Überraschung zeichnete sich auf ihrem Gesicht ab, als sie mich bemerkte und schließlich ganz in den Durchgang trat. “Oh, hey?” Meinte sie mit einem Lächeln, das so strahlend und warm war, dass sie damit vermutlich den ganzen Raum mit Licht hätte ausfüllen können. Langsam auf mich zugehend redete sie weiter. “Ich hoffe ich hab dich nicht erschreckt.” Vermutlich deutete  sie damit auf meine immer noch still stehenden Körperhaltung hin. “Ich bin Lacy”, fuhr sie nun fort und streckte mir ihre Hand hin. “Bist du Annabelle?” Ich brachte nur ein Nicken zustanden und schüttelte ihre Hand. Sofern möglich wurde ich Lächeln noch strahlender. Ihre Augen leuchteten warm und ich fühlte mich automatisch geborgen. “Au!” Schmerzend rieb ich mir den Arm. Ungläubig starrte ich auf den kleinen Biss, der direkt zu bluten begann. Was zum…? Entschuldigend lächelte sie mich an. “ Neulinge hat er immer sehr gern und naja du weißt ja wie Tiere so sind.” Meinte sie schulterzuckend und begutachtet die Wunde, die zum Glück aufgehört hatte zu Bluten. “Er?” brachte ich nur heraus. Ich war immer noch zu verwirrt von dem Ganzen. “Ja!” meinte sie strahlend und deutet auf ihre Schulter. Dort kauerte ein kleines flauschiges Etwas, das ängstlich hervorlugte. Sanft streichelte das Mädchen das flauschige Etwas am Kopf und schimpfte leise mit ihm. Er solle Fremde doch nicht immer beißen, auch wenn er es lieb meine. Der kleine Biss, den man kaum noch erkennen konnte, fing leicht an zu brennen. Ich versuchte es mit etwas Spucke auf dem Daumen zu stillen, doch es brachte nichts. Abgelenkt davon bemerkte ich erst etwas zu spät, die kleinen Pfoten die meinen Arm hochkrabbelten und dann in meinem Nacken innehielten. Ich konnte die scharfen Krallen spüren, die rauen Pfoten, das flauschige Fell. Die Augen des Mädchens weiteten sich und sie stieß ein lachendes “Oops” aus. „Da mag dich wohl jemand”, meinte sie augenzwinkernd, als das kleine Tierchen sich der Länge nach auf meinen Schultern ausstreckte und den Kopf an meinen Nacken kuschelte. Ich meinte es sogar schnurren zu hören oder so ähnlich. “Darf ich vorstellen,” fuhr das Mädchen nun fort “Rose das Frettchen.” Frettchen. Verstehe. Ich hatte noch nie eins aus der Nähe gesehen, aber es war zugegebenermaßen echt süß wie es sich brummend an meinen Nacken schmiegte. “Als ich so ungefähr elf war, hatte ich ihn im Rosenbusch unseres Gartens gefunden. Damals war er noch ganz klein und lag dort, eingerollt und zitternd. Ich konnte das arme Ding ja schlecht dort liegen lassen”, plauderte Lacy munter weiter. “Und nachdem ich ihn wieder aufgepäppelt hatte, konnte ich mich einfach nur schwer von ihm trennen.” Ihr gespielt dramatischer Ton und die dazugehörigen Gesten brachten mich zum Lächeln. “Darum mag er mich auch so und ist immer bei mir. Und den Namen Rose fande ich ziemlich passend” , fuhr sie jetzt wieder in normalem Ton fort. Als das Frettchen seinen Namen hörte, schlug es die Augen auf, wuselte über meinen Arm wieder zurück zu dem Mädchen und verkroch sich dann in deren Kaputzentasche. “Und wir müssen mit dem Gestank leben.” Meinte jetzt einer der Jungen aus der Gruppe, augenrollend. Wütend funkelte Lacy ihn an. “Immerhin bin ich nicht diejenige, die jeden zweiten Tag ein neues verletztes Tier anschleppt, obwohl wir keinen Platz dafür haben”, entgegnete sie neckisch. Der Junge brummte nur etwas unverständliches und gab auf. Lacy drehte sich wieder zu mir um. “Hast du heute noch irgendetwas vor?“ Ihre Augenbraue hob sich leicht und ihre Piercings klackerten dabei leise.Lesen,Essen machen, schlafen? Allerdings glaubte ich kaum, dass es das war wonach sie gefragt hatte, weshalb ich nur den Kopf schüttelte. “Prima!” Sie lächelte mich wieder strahlend an und zog mich Richtung Tür. “Vertrau mir, das wird echt mega und du wirst ’n riesen Spaß haben!” Vor der Tür ließ sie meinen Arm los und lief die Straße entlang zu einem grauen SUV. Die anderen der Gruppe folgten ihr. Erst als Jacob in mein Sichtfeld fiel, lief ich ihm hinterher und holte ihn ein. “Was genau meint sie? Wo soll ich mit und was wird mega?” Doch Jacob warf mir nur einen genervten Blick zu und beschleunigte, um die anderen aufzuholen. Ratlos und verletzt blieb ich stehen. James schien es aufgefallen zu sein, denn er drehte um und steuerte auf mich zu.”Heute ist doch das große Event auf Orca und es gibt ein Feuerwerk ,das wir uns ansehen wollen,” startete er direkt mit der Erklärung. “Außerdem machen wir ein Lagerfeuer mit Marshmallows und allem drum und dran. Unten in der Brimsbey Bucht,” endete er. Okay. Schön. Und was hatte ich damit zu tun? Ich stellte ihm genau diese Frage, woraufhin er nur lachte, mir auf die Schulter klopfte und irgendwas von “ich seie unschlagbar” meinte. Verwirrt , kaute ich auf meiner Unterlippe. Als er dies sah, klärte er mich auf.“ Wir wollen dich dabei haben! Du bist neu hier und tust was?Den ganzen Tag Bücher lesen? Komm schon, du musst doch auch mal ´n bisschen Spaß haben!” Lesen macht mir ja Spaß, dachte ich grimmig. “Das Leben wartet dich auf dich, komm schon!” Jetzt klang er schon wie meine Mutter. Um endliche meine Ruhe zu haben und meiner Mutter etwas vorweisen zu können, murmelte ich ein kapitulierendes, “Na gut”,und trottete der Gruppe hinterher. James, Lacy inklusive Frettchen, ein weiter Junge den ich nicht kannte, sowie ein jüngeres Mädchen stiegen in den SUV. Sodass ich mit Jacob und einem älteren Mädchen- mit braunen Locken und lila Augen fahren durfte. Jacob nahm auf dem Fahrersitz Platz, sodass mir nur die Rückbank blieb. Leider entschied sich das violet äugige Mädchen auch dafür, was dazu führte dass wir erst nach kurzem peinlichem Schweigen losfuhren.        “Ich dachte du wolltest nicht mit“, wandte das Mädchen nach einer Weile ein. Jacob zuckte jedoch nur mit den Schultern und murmelte irgendetwas von Entscheidungsfreiheit. Die nächsten zwanzig Minuten verliefen größtenteils schweigend. Somit blieben mir nur die dunkel umrissene Kulisse vor dem Fenster und meine eigenen Gedanken. Das Mädchen , das, wie ich später herausfand , Cassiopeia hieß, summte die meiste Zeit nur vor sich hin und zeichnete eigenartige Muster in die Luft. Da Jacob kein einziges Mal ein Gespräch suchte, tat ich einfach so als sei er nicht da, was ihn anscheinend auch nicht weiter zu stören schien.


Kurz nachdem wir die kleine Lichtung erreichten, nahm die Panik aufgrund der zunehmenden Bäume rapide zu, wodurch es mir schwer fiel zu atmen. Okay, ganz ruhig, Ann du kriegst das schon hin. Letztes Mal ging doch auch alles gut. Und wahrscheinlich bist du sowieso verrückt, und bildest dir alles ein, flüsterte eine kleine Stimme in meinem Hinterkopf. Ich holte tief Luft und schloss für einen Moment die Augen. Ich konnte das. Ich konnte das. Mit diesem Satz im Kopf, den ich vor mich hinmurmelte, stieg ich aus und folgte den Anderen, die schweigenden in den Wald vordrangen.Nach  wenigen Minuten erreichten wir auch schon eine kleine Bucht. Das Gras ging in weichen Sand über und die Wellen schwappten leicht ans Ufer. In der Ferne konnte man die Orcas sehen. Eine kleine Inselgruppe deren Silhouette dem eines Orcas glich. Darum der Name. Seit ich hier angekommen bin, gefiel mir diese Tatsache sehr. Denn wenn ich eins liebte, dann waren es Wale. Immer noch auf die Inselgruppe starrend, die langsam von der Dunkelheit verschluckt wurde, bekam ich nur nebenbei mit wie die anderen hin und her liefen und einiges an Lärm machten. Immerhin störten wir hier keinen.

Mit der Dunkelheit nahmen auch die kleinen gelblichen Lichtpunkte zu, die sich überall auf den Inseln verteilten. Was würden wir nur alles ohne Elektrizität tun? Heutzutage waren wir praktisch abhängig davon. Nichts würde mehr ohne sie funktionieren.Wir wären vollkommen aufgeschmissen und müssten erstmal wieder lernen zu leben. Müssten mit echtem Feuer kochen, von Hand waschen und unsere Essen selbst anbauen anstatt es im nächsten billig Supermarkt zu kaufen. Wir leben in so viel Komfort und sind dennoch die Generation die am unzufriedensten ist. Ist das nicht irgendwie Ironie an sich? Wir ließen die harte Arbeit andere machen und versanken in der Stille unseres Daseins in Problemen, die gar nicht existierten. Und andere wiederum versanken knietief in Arbeit, verloren sich selbst im Stress unserer Gesellschaft und wunderten sich, warum es ihnen schlecht ging.Wir waren so mit der Welt um uns herum beschäftigt dass wir komplett vergaßen, wie wichtig wir selbst waren.Nachdenklich runzelte ich die Stirn und wollte meinen Gedankengang gerade weiterführen,als sich jemand plötzlich von hinten an mich heran schlich und so erschreckte, dass ich fast aus der Haut fuhr. Durch den nicht gerade grazilen Sprung zur Seite, den ich dabei vollführte, landete ich fast im Wasser, doch ich konnte mich gerade noch rechtzeitig fangen. Nachdem ich den ersten Schock überwunden hatte,schaute ich mich um. Mit zusammengekniffenen Augen schaute ich den Übeltäter an, der sich gerade vor Lachen nur so schüttelte. “Du warst wie eine dieser Katzen, die so einen Ninja-mäßigen Jump hinlegen” , meinte Jacob, der sich immer noch vor Lachen krümmte. “Es kann eben nicht jeder so ein furchtloser Idiot sein wie du”, Entgegnete ich schnippisch. “Hey!”,meinte er empört und wollte gerade zur Gegenwehr ansetzten, als Lacy zwischen uns ging. “Nun mal langsam ihr zwei Streithähne. Jacob du gehst den anderen beim Lagerfeuer helfen. Klar?” Ihr eindringlicher Blick verunsicherte sogar mich, sodass er klein bei gab und brummend zu den anderen trottete. Nachdem sie sichergestellt hatte das er den anderen auch half, wandte sie sich zu mir. Entschuldigend lächelte sie mich an. “Alles okay?” Außer einem Nicken brachte ich nicht viel zustanden. Was sollte das? Fand er es so witzig andere zu erschrecken? Und wenn ja, hätte er sich doch wenigsten entschuldigen können oder nicht? “Er hätte echt nicht mitkommen sollen. Manchmal kann er ein ziemlicher Idiot sein. Bei seinen Stimmungsschwankungen könnte man fast meinen, er wäre einer von uns.” Augenzwinkernd lächelte sie mich an, wodurch ich mich gleich etwas besser fühlte. Ich schmunzelte leicht und erwiderte dann mit verschwörerischen Unterton: “Vielleicht versteckt er ja heimlich ein paar Kleider in seinem Schrank”. Lacy machte große Augen und schlug sich mit der flachen Hand auf die Stirn. “ Wusst ich's doch! Ich dachte mir schon, dass einiger meiner Kleider wohl kaum von Rose gefressen wurden.” Grinsend mussten wir uns auf die Lippen beißen, um nicht lauthals loszulachen. Als sie dann: “Hey Jacob, nächstes Mal frag mich bitte. Ich glaube pastellgelb würde dir nämlich viiiel besse stehn”, zu den anderen hinüber rief, konnte wir uns nicht mehr halten und prustete laut los. Als Jacob uns dann noch einen verwirrten Blick zu warf, lachten wir bis uns die Bäuche weh taten. Nachdem wir uns wieder einigermaßen beruhigt hatten, schlenderten wir zu dem warm prasselnden Lagerfeuer hinüber. Die anderen hatte es sich bereits auf Decken und einem kleinen Baumstamm gemütlich gemacht und schienen bester Laune. Bis auf Jacob der immer noch zerknirscht drein schaute. Anscheinend mochte es Mr. Obercool so gar nicht wenn man über ihn Witze riss. Gerade als ich neben Lacy Platz genommen hatte, konnte ich ein leises Piepen hinter mir hören und drehte mich überrascht um. Der silberne Jeep näherte sich im Rückwärtsgang der Bucht und hielt wenige Meter von uns entfernt. Dann sprang James aus dem Wagen und begann die Ladefläche auszuladen. Anscheinend waren sie ziemlich gut vorbereitet. Denn dort befanden sich mehrer Körbe voll mit Marshmallows, Bier und Colaflaschen,eine Gitarre und weitere Decken und Kissen. Außerdem förderten sie einen Korb mit weiterem Essen, zutage. Lacy und Jacob verteilten das Bier - das ich dankend ablehnte- und die Colaflaschen, trugen den Korb  zum Feuer und nahmen wieder Platz. Jeder schnappte sich bereit gelegte Zweige und Marshmallows und begann sie über dem Feuer zu rösten. Ich schaute den anderen zu und versuchte dann selbst mein Glück. Der erste Versuch, landete direkt im Feuer sodass das Marshmallow direkt in Flammen aufging. Beim zweiten Mal gelang mir das schon besser. Gerade war ich in ein Gespräch mit James vertieft, als Lucy plötzlich dazwischen rief : “Ann, pass auf, dein Marshmallow verbrennt sonst!” Gerade noch rechtzeitig konnte ich den Stock aus dem Feuer ziehen, bevor das Marshmallow es in Flammen aufging. Doch der schwarz verkohlte Rest, fiel nun traurig ins Gras. Etwas betrübt und verdutzt starrte ich es an. Dann brachen auf einmal alle in Lachen aus. Es war so ansteckend, dass ich einfach nicht widerstehen konnte und mitlachte. Vorest gab ich damit also das Rösten auf und fütterte die Marshmallows direkt aus dem Korb oder bekam dankbarerweise warm geröstete von den anderen. Wir lachten, erzählten Geschichten und redeten über alles mögliche. Erst jetzt fiel mir auf wie sehr mir das gefehlt hat. Zeit mit Freunden zu verbringen. Entspannt zu lachen und Spaß zu haben. Es fühlte sich unglaublich gut an. Gerade wärmte ich meine Hände am Feuer und betrachtet die glitzernde Wasseroberfläche, als sich das braunhaarige Mädchen neben mich setzte. Ohne Einleitung legte sie direkt los. “Weißt du, wie bei allem gibts ne perfekte Lösung dafür. Manchmal braucht man nur etwas länger, damit man die richtigen Umstände und Handlungen zusammenbringen kann. “ Sie schnappte sich eine Stock, steckte ein Marshmallow drauf und hielt es ins Feuer. Sie begann es hin und her zu drehen und machte dabei immer wieder kleine Pausen. “Siehst du.” Fuhr sie in ihrer rauchigen Stimme fort. “Wenn die Umstände im Einklang mit der Bewegung sind, dann ist es ganz leicht. Halte es über die orangen Flamme, nicht die blaue, die ist zu heiß. Drehe es immer mal wieder langsam, damit sich die Bräune verbreitet, aber lasse es niemals zu lange an einer Stelle, sonst verbrennt es.” Fasziniert beobachtet ich das sich drehende Marshmellow, das sich nun leicht bräunlich verfärbte. “Mit Geduld und Wissen kann man alles erreichen und zähmen. Man muss nur wissen wie.” Zähmen? Bevor ich sie genau darüber ausfragen konnte, zog sie den Stock schon aus dem Feuer und hielt mir das gold-bräunlich schimmernde Marshmallow vor die Nase. “Hier iss.” Vorsichtig nahm ich die leicht tropfende Köstlichkeit zwischen meine Finger und verschlang es mit einem Biss. Die zuckrig, cremige Masse schmeckte einfach nur unglaublich. Genussvoll gab ich ein Seufzen von mir, woraufhin Cassiopeia auflachte und mir ein weiteres gab, das ich direkt übers Feuer hielt. Vermutlich würde mir später von so viel Süßem schlecht werden, aber gerade jetzt war mir das egal. Sie schmeckten so gut, dass ich mittlerweile schon bei meinem fünften war und als mir Lacy dann erklärte, um wieviel besser sie mit Keksen und Schokolade schmeckten, war ich völlig hin und weg. Mein kleines Sandwich, sah nicht nur süß aus, sondern schmeckte auch noch himmlisch. Aus dem Augenwinkel konnte ich sehn, wie mich die anderen lächelnd beobachteten, doch das war mir gleich. Nachdem ich nach etlichen endlich nicht mehr konnte, legte ich mich zufrieden auf den Rücken und betrachtet die Sterne. Meinen Kopf stütze ich auf meine verschränkten Arme und genoss die noch immer recht warme Nachtluft. Irgendwann begann irgendwer Gitarre zu spielen. Mit geschlossenen Augen lauschte ich und driftet davon, ließ mich von der Musik mitziehen. Als ich etwas leicht nasses und klebriges an meinem Fuß spürte schaute ich auf. “Uupps, sorry”, meinte Lacy und schaute mich entschuldigend an. “Kein Problem”,meinte ich nur und richtet mich auf. Cassiopea war anscheinend verschwunden, denn der Platz neben mir war leer und sonst war sie auch nirgends. Die langsam kühler werdende Nacht, ließ mich frösteln. In dem Versuch mich etwas zu wärmen, zog ich mir meine Sweatshirt Jacke enger um den Körper und lief Richtung Jeep. Dort suchte ich auf der Ladefläche nach einer weiteren Decke. Gerade als ich sie entdeckt hatte, ließ mich eine Stimme hinter mir auffahren.”Hast du kurz Zeit?” Langsam drehte ich mich zu Jacob um und hielt die Decke wie eine schützende Barriere vor mich. Ich war versucht einfach weg zu gehen und ihn komplett zu ignorieren. Doch meine Mutter hatte mir immer beigebracht im Herzen gut zu sein und gutes zu tun, wenn man schon die Wahl hatte. Daher holte ich tief Luft und nickte dann. “Danke.” Er lächelte mich mit diesem Grübchenlächeln an und schwang sich dann auf die Ladefläche neben mich. “Ich hatte echt nicht vor mich wie ein Idiot zu benehmen.” Zerknirscht warf er mir einen Seitenblick zu und wandte den Blick dann aufs Meer. “Manchmal kann ich ein echter Arsch sein we...- jedenfalls tut es mir echt leid. Verzeihst du mir?” Mit ernstem Gesichtsausdruck schaute er mich an. Nachdem ich nach einer Weile immer noch nicht antwortete, verzog er seine Lippen zu einem Schmollmund und schaute mich mit Welpenblick an. Daraufhin konnte ich nur meine Augen verdrehen und streckte ihm dafür die Zunge raus. Als er mein Grinsen daraufhin sah, rief er ein langgezogenes “Danke” aus und umarmte mich stürmisch. Eine unglaubliche Wärme schien von seinem Körper auszugehen. Sie umhüllte mich, pulsierte und erfüllte mich mit nie gekannter Energie. Ganz plötzlich fühlte ich mich stark, glücklich, unbesiegbar. Als er die Umarmung so plötzlich wieder auflöste,schmerzte die darauffolgende Kälte und die Leere nur noch mehr. Ich hatte mich geborgen und sicher gefühlt. Doch jetzt war mir eiskalt und das Glücksgefühl verschwand ebenso. Außerdem vermisste ich seinen Geruch. Eine Mischung aus Meer, frischer Luft und Piniennadeln. Ich wollte mich so gern nochmal an ihn schmiegen, wandte  mich stattdessen,leicht ab und versuchte den stechenden Schmerz in meiner Brust zu ignorieren. Jacob neben mir räusperte sich nervös und murmelte eine leise Entschuldigung. Vermutlich dachte er das mir die Umarmung unangenehm war. Ich dachte darüber nach, ihn über meine Gefühlslage aufzuklären, doch dann beschloss ich das es wohl keine so gute Idee wäre ihm von dem Glücksgefühl und der Geborgenheit zu erzählen. Erstens hatten wir uns gerade erst getroffen und zweitens hatte er sich davor echt wie ein Idiot benommen. Wie hatte ich ihm vorher überhaupt verzeihen können? Klar jeder, hatte mal Gefühlsschwankungen, aber das hieß ja nicht, das man jeden gleich vor den Kopf stoßen sollte. Verwirrt schüttelte ich den Kopf. Um die unangenehm Situation zu entschärfen sagte ich das erste das mir einfiel. “Also vorhin als du mitten im Satz inne gehalten hast. Was genau meintest du? Wenn…? Wenn was?” Gar keine mal so schlechte Frage. Naja, sie lenkte zwar nicht ganz vom Thema ab, aber so war das nunmal wenn man chronisches “Ich muss alles wissen und verstehen” hat. Unsicher ließ er seinen Blick schweifen und gerade als er ansetzten wollen, ertönte ein lauter Knall in der Ferne, gefolgt von einem bunten Lichtblitz. Weitere folgten. Das Feuerwerk schien endlich begonnen zu haben. Toller Zeitpunkt. Aufatmend lächelte er mich entspannt an und reichte mir dann eine Bierflasche vom Jeep. Kopfschüttelnd wollte ich ablehnen, doch seine Augen leuchteten so intensiv und freundlich, dass ich es einfach nicht konnte. Ich hatte noch nie ein großes Interesse daran gehabt Alkohol zu trinken oder zu Partys zu gehen mit der Schlussfolgerung sich danach irgendwo zu übergeben und sich am nächsten Tag beschissen zu fühlen. Nur ein, zweimal hatte ich mich dazu überwunden an Sekt zu nippen. Und auch das nur für den guten Segen ins Neujahr. Daher schnüffelte ich skeptisch an dem Gebräu und nahm dann einen kleinen Schluck. Während ich zu entscheiden versuchte, ob ich es mochte oder nicht, beobachtet ich die funkelnden Licht-Meisterwerke im Himmel. Aufblühende Blumen, wie ich sie als Kind immer genannt hatte. Auch heute noch erschienen sie mir wie Blumen, die aus dem Boden wuchsen, erblühten,nur um dann wieder zu verblühen, wobei die einzelnen Blüten hinab fielen, wie fallende Sterne. Fasziniert betrachtet ich das Schauspiel. Es zog mich wie magisch in den Bann und erzeugte in mir kleine Funken des Glücks. Lange schon hatte ich einen Moment wie diesen vermisst. Darum lächelte ich leicht in mich hinein und nippte weiter an dem Bier. Nach nur wenigen Minuten war ich mit dem ersten fertig, ohne richtig mitbekommen zu haben, ob es nun richtig gut oder schlecht schmeckte. Die anderen lachten und betrachteten alles und gaben begeisterte “Ooh”- und “AAh”- Laute von sich. Ich hingegen nahm unbewusst ein weiteres Bier, das mir Jacob reichte und ließ mich von der Schönheit einhüllen. Irgendwann war es vorbei. Der Nachthimmel blieb dunkel und die Umgebung still. “Ich nehme mal an, es hat dir gefallen?”, wollte Jacob mit hochgezogenen Augenbrauen und schiefem Grinsen wissen. Ich konnte nicht anders als zu lächeln. Ohne es wirklich zu wollen schien mein Mund sich trotz allem zu bewegen und die Worte die heraus sprangen, klangen leicht schleppend. Da hatte ich wohl doch recht viel getrunken. Dies bestätigte auch mein Blick ins Gras, in dem zwei bereits leere Flaschen lagen, eine weitere befand sich in meiner Hand. “Findest du nicht, dass Feuerwerke toll sind?” Laut ausgesprochen dauerte es eine gefühlte Ewigkeit bis die Worte gesagt waren. Hicks. Jetzt wurde mir auch noch leicht schwindelig. Aber mein betrunkenes Ich ließ sich davon nicht aufhalten und brabbelte mit leicht lallender Stimme weiter. “Findest du nicht?” Endete ich und schaute ihn erwartungsvoll grinsend an. Er lächelte nur zurück und nickte mit dem Kopf. Wie toll! Kaum ist man betrunken sind alle deiner Meinung. Zufriedenen und breit grinsend kuschelte ich mich enger an ein unglaubliches weiches und warmes Kissen. Noch nie war ein Kissen so unheimlich kuschelig und bewegte sich dazu noch. Rauf, runter, rauf, runter. Und reden konnte es auch noch! Ach wie toll ist doch das Leben. Glücklich ließ ich mich in den Schlaf tragen und umarmte das Kissen, um ihm zu zeigen was für ein tolles Kissen es doch war.



 

16.3.20 14:28


Kapitel 1-2

Hier hast du erst mal bisschen was zum Lesen^^ Perfekt ist es noch nicht, aber vorerst bleibt es erst mal so. Hoffe dir gefällts (:

 

 

 

Das Flüstern


   
Das  Mädchen kicherte leise mit vorgehaltener Hand. Das Paar, das soeben gemütlich durch den Wald spazierte, dachte sich nicht viel dabei. Doch als sie an ihm vorbeiliefen, stutzen sie. Denn das Mädchen redete nicht etwa mit einem Freund oder Gechwisternteilt. Im Gegenteil. Sie saß dort vollkommen alleine, unter einem alten Ahornbaum und quasselte munter vor sich hin. “Ach bestimmt redet sie nur mit ihren Fantasiefreunden”, dachten sich die zwei, lächelten und gingen weiter ihres Weges.  Aber dem Mädchen war wohl bewusst gewesen dass man sie entdeckt hatte, weshalb sie zukünftig immer vorsichtig war und leise sprach. Immer wenn dann jemand vorbei kam und sie dessen Schritte schon von weitem hören konnte, verstummte sie und wartete still, bis die Stimmen außer Hörweite waren. Dann redete sie fröhlich weiter, genoss die Sonne auf der Haut, lauschte den Vögeln und dem Gesprächspartner,den niemand außer ihr verstehen konnte.


                   

Das erste Mal, das ich anders war, lernte ich mit sieben. Ich begann Gespräche mit Ihnen zu führen. Immer. Egal wo. Was wahrscheinlich auch der Grund für meine nicht existenten Grundschulfreunde war. Mit der Zeit allerdings, verschwand die Unbeschwertheit, der kindliche Spaß.Die Freude an meinen treuen Gefährten, die ja doch niemand sehen konnte. Ich fand einen echten Freund und wurde älter und mit der Zeit kam es, das ich sie nicht mehr verstehen konnte.Oder wollte. Ganz genau weiß ich es bis heute nicht. Und auch wenn ich sie vergaß, so übte der Wald dennoch eine Anziehungskraft aus, der ich nicht widerstehen konnte. Und mit der Zeit wurden die Erinnerungen unscharf, bis ich sie  irgendwann mehr für kindliche Fantasie, als Realität hielt. Es war nicht real. Es waren nur Fantasiegespräche. Fantasiefreunde. Wie jedes Kind welche hatte. Doch erst heute ist mir bewusst, welche massive Auswirkungen mein Handeln hatte. Denn ansonsten wären meine Eltern und Theo wahrscheinlich noch am Leben.




Vor 8 Monaten


Die Sonne schien fleckenartig durch das Blätterdach als der Schuss viel. Als Theo zusammensackte und seinen letzten Atemzug tat, schrie ich. Es war ein kurzer Schrei voller Schmerz, Trauer und Unglauben. Trotz allem rührte ich mich nicht. Konnte es einfach nicht. Erst als mein Körper zu zittern begann und ich mich nicht mehr auf den Beinen halten konnte, begann ich zu weinen. Heiße Tränen strömten über meine Wange, tropfte eine nach der anderen auf die trockene Erde. Während ich meinen Kopf zwischen den Händen vergrub und mein Schluchzen durch den Wald hallte, bemerkte ich nicht wie um mich herum ein Blumenmeer emporspross. Umgeben von blauen Vergiss mein nicht erwachte meine Energie von neuem. Diesmal stärker den je.

Kapitel 1




Die rauschenden Wellen brachen gegen die Felsen. Immer und immer wieder. Das Wasser spritzte meterhoch und vorbeifliegende Möwen drehten ihre Kreise. “Annie?” Immer noch abgelenkt von dem Schauspiel vor unserem Fenster, gab ich nur ein abwesendes “Hm?”, von mir. Meine Mutter räusperte sich “Annie.”

 “Ja?”Nun schaute ich auf und begegnete den besorgten Augen meiner Mutter. Sie nahm meine Hand in ihre und drückte sie. Kurz und fest. Dann ließ sie sie wieder los und fuhr sich durch ihre langen, braunen Haare. “Dein Vater und ich haben nachgedacht und”, Oh nein, nein, nein. Nicht noch ein Umzug, Therapeut oder Familienurlaub. All das hatte ich nämlich schon hinter mir und es hatte rein gar nichts gebracht. Na gut, der Umzug hat mir das Meer und der Therapeut einen hervorragenden Einblick in meine ach so düstere Seele eingebracht, aber das was sich meine Eltern davon erhofft hatten - nämlich ihr altes, ach so fröhliches Mädchen, wieder zu bekommen, hat sich nicht erfüllt. “Und”, fuhr meine Mutter jetzt fort, “wir finden du...du solltest dir eine Beschäftigung suchen. Einen Job, ein Hobby, zur Uni gehen…” Auch ohne  den Satz zu beenden, wusste ich worauf sie hinauswollte. Erst vor kurzem angekommen und dann sollte ich mich gleich direkt wieder in die Welt begeben. Nicht das mich dort irgendjemand vermissen würde. Augenrollend gab ich nur ein murmelndes “Ich hab genug Beschäftigungen”, von mir. “Den ganzen Tag in deinem Zimmer zu sitzen, Bücher zu lesen und aufs Meer zu schauen, ist definitiv nicht die Art von Beschäftigung die wir meinen, Belle!”. Ihre Stimme wurde höher und zugleich intensiver was mir nur zu deutlich zeigte wie ernst sie es meinte. Ich biss mir auf die Unterlippe und schaute auf meine Hände. “Du musst mal wieder unter Leute gehen. Etwas neues erleben.“ Sie senkte die Stimme, sprach jetzt sanfter, doch die Eindringlichkeit blieb. „Etwas, das dich aus diesem...diesem…-”

 „Diesem was?” Fuhr ich meiner Mutter dazwischen. “Diesem depressiven Trott rausholt.” Schloss meine Mutter. Wow. Ich hatte echt schon alles gehört. Und ich geb’s ja zu, ich hatte mich lang genug in meinem Zimmer verschanzt und mich selbst bemitleidet, aber depressiv war ich ganz sicher nicht. Traurig, verletzt, wütend und etwas das ich nicht genau benennen konnte. Aber definitiv nicht depressiv. “Ernsthaft?” Enttäuscht und verletzt funkelte ich meine Mutter an. “Annie”, setzte meine Mutter frustriert an, doch ich unterbrach sie. “Entschuldige, dass ich mich die meiste Zeit einfach scheiße fühle, weil ich meinen besten Freund verloren hab, und wahrscheinlich auch Schuld an seinem Tod bin. Entschuldige das ich den meisten Tag in meinem Zimmer sitze und lieber Bücher lese anstatt zu trauern. Und”, meine Mutter wollte etwas einwenden doch ich hielt eine Hand hoch um ihr zu bedeuten, das ich noch nicht fertig war. “Selbst wenn ich depressiv wäre,dann wäre der Umzug wohl das Schlimmste gewesen, das ihr hättet tun können. Denn jemanden mit einer psychischen Erkrankung aus dessen gewohntem Umfeld zu reißen ist genau das Gegenteil von förderlich.” Mit diesen Worten stapfte ich Richtung Treppe. “Annabelle. Liebes, komm wieder her.” Doch ich ignorierte die Worte meiner Mutter und lief einfach weiter. Ich hörte noch wie sie sich seufzend die Schläfen rieb und leise “Woher weiß sie das denn nun schon wieder”, murmelte. In meinem Zimmer angekommen, ließ ich mich in meinen Sessel fallen, starrte mit wütendem Blick auf den Ozean und schnappte mir dann mein aktuelles Fachbuch (über Depressionen, Schizophrenie und andere mentale Erkrankungen - wer hätte es gedacht - ) und fing an zu lesen.    


Gegen Abend verließ ich das Haus und ließ mich auf einem Felsen nahe der seichten Wellen nieder. Ich dachte über das Gespräch beim Frühstück nach und zog meinen Kapuzenpullover enger. Der Wind nahm zu und obwohl die Sonne noch schien reichte sie dennoch nicht aus, um mich zu wärmen. Fröstelnd rieb ich mir über die Arme und beschloss den Strand entlang zu laufen um mich zu wärmen. Sie hatten doch wirklich keine Ahnung. Sie verstanden es nicht. Nie tat das jemand. Andere wussten vielleicht wie es war einen Menschen zu verlieren, und vielleicht auch wie es war wenn man selbst Schuld daran hatte, aber es war dennoch kein Vergleich. Der Schmerz, seit wir Longford verlassen hatten, nahm immer mehr zu, genauso wie die Sehnsucht dorthin zurückzukehren. Doch gleichzeitig konnte ich es nicht. Nicht nur wegen Theo, sondern auch wegen den Stimmen. Anfangs hielt ich sie für schlichte Einbildung oder vielleicht sogar Halluzinationen. Doch sie verschwanden nie und verfolgten mich sogar in meine Träume. Vielleicht hätte ich damals schon etwas tun sollen, mit jemandem darüber reden sollen, dann wäre...vielleicht wäre er...Ich schüttelte den Kopf, um den Gedanken zu vertreiben. Auch wenn jeder mir einreden wollte, dass es nicht meine Schuld sei, so wusste ich's doch besser...Wenn ich ihn nicht mitgenommen hätte...wenn ich mich früher ferngehalten hätte...Aber wie hätte ich es auch wissen sollen? Schließlich war der Wald nach wie vor einfach nur ein Wald und ich war einfach nur...verrückt? Ich wusste es nicht.Auch nachdem ich dutzende von wissenschaftlichen Büchern über mentale Krankheiten, Stimmen hören, et cetera gelesen hatte, habe ich bis heute noch keine Erklärung für das gefunden, was ich über die Jahre immer zunehmender erlebt hatte. Einmal fand ich den Mut und erwähnte es beiläufig bei meiner ersten Therapiestunde. Mit dem Endergebnis, dass er mich mit Schizophrenie deklarierte ( und das obwohl einige der wichtigsten Merkmale fehlten, womit ich es eindeutig nicht war) und mich mit einem lieb gemeinten Rat „Ich solle doch in eine Anstalt gehen, wo sie mir besser helfen könnten“ , nach Hause schickte. Meinen Eltern hatte ich davon bisher noch nichts erzählt und einfach behauptet, dass er mir nicht helfen könne. Was im Grunde ja auch stimmte. Tief durchatmend, betrachtete ich die untergehende Sonne die langsam im Meer verschwand. Als ich klein war, meinten meine Eltern immer voller Spannung dass, die Sonne sobald sie das Meer berühre ein lautes Zischen von sich geben würde, um dann im Meer zu versinken. Voller Vorfreude kniff ich meine Augen dann immer ganz fest zusammen, um den Moment ja nicht zu verpassen und als es schließlich soweit war, hob mein Vater mich immer ganz überraschend hoch und drehte mich lachend im Kreis. Nachdem er mich runter ließ und ich enttäuscht feststellen musste,dass die Sonne bereits verschwunden war, schaute ich ihn mit dieser typischen kindlichen Trauer an, woraufhin er nur entschuldigend mit den Schultern zuckte und behauptete dass er mich einfach habe knuddeln müssen. Meist blieb ich den Weg zurück zum Hotel beleidigt, bis er mir anbot, mir ein extra großes Eis mit Schlagsahne zu holen, womit das nicht gehörte Zischen längst wieder vergessen war. Erst mit der Zeit begriff ich irgendwann, dass die Sonne weder das Meer berührte noch irgendein Geräusch von sich gab. Zu schade. Ich hatte mir immer vorgestellt wie schön es wäre sich genau dann unter Wasser zu befinden wenn die Sonne darin versinkt und das Meer erleuchtet. In meinem Kinderhirn war es das wohl Schönste und Magischste was ich mir vorstellen konnte.       


              
Seit dem Umzug waren inzwischen zwei Monate vergangen. Es war schön hier. Klar, nichts im Vergleich zu meiner alten Heimat, aber dennoch schön. Das Rauschen der Wellen das einen morgens weckte, die raue, salzige Seeluft, die tröstliche Einsamkeit der kleinen Küstenstadt und der Ort an dem ich bisher die meiste Zeit hier verbracht hatte; die Bibliothek. Sie befand sich in einem alten Fischerhaus das heutzutage mehr Charme hatte als damals. Von oben bis unten mit alten Holzregalen bestückt, war sie bis zum bersten voll mit Büchern. Es waren sogar so viele dass im ganzen Haus verstreut Bücherstapel rumlagen. Der alte Holzboden knarrte, die weichen Teppiche rochen leicht staubig und die Bücher waren alles andere als sortiert, aber dennoch liebte ich es hier. Was vermutlich, aber nicht nur, mit dem riesigen Panoramafenster im Dachgeschoss zu tun hatte. Der ganzen Länge nach hatte man einen wunderbaren Blick auf den Ozean. So saß ich oftmals Stunden in einem der Sessel gekuschelt, ein Buch in der einen und einen Tee - “zu jedem guten Buch gehört auch immer eine schöne Tasse heißen Tee” , meinte der Bibliothekar Mr. Layton immer - in der anderen Hand und verlor mich in den  rauschenden Wellen des Meeres. “Anne, meine Gute,” hörte ich Mr. Layton nun von unten rufen. “Es soll bald ein Sturm aufziehen, daher solltest du dich besser beeilen damit du rechtzeitig Heim kommst.” Da er schon Anfang 70 war kam er nur schwerlich die Treppen rauf und runter,weshalb er auch meinte ich sei sein kleiner Segen, da ich ihm immer half, wenn er mich brauchte, was aber unter uns eher ein Segen für mich war, da ich umgeben von Büchern arbeiten und sie kostenlos lesen durfte. Daher schnappte ich mir hastig, Buch und Tasse, sauste die Treppen hinunter und stand wenige Sekunden später vor dem verblüfften Mr. Layton. “Meine Güte, Kind, du bist aber ein echter Wirbelwind.” Grinsend schaute ich ihn an, reichte ihm die Tasse und wollte soeben das gleiche mit dem Buch machen, als er augenzwinkernd seine Hand darauf legte und meinte: “Behalte es und bring es wieder, wenn du fertig bist, Kleines.” Seine raue Stimme war vom Alter geprägt und manchmal so brüchig, dass ich Angst hatte sie würde irgendwann völlig den Geist aufgeben. Aufgeregt grinsend, packte ich das Buch sorgfältig in meinen Rucksack und umarmte den alten Mann. “Vielen Dank. Ich bringe es Morgen wieder, versprochen!” 

“Nur keine Hast,” meinte er mit einem schmalen Lächeln und schüttelte mir zum Abschied die Hand. Draußen prasselte der Regen schon auf das Kopfsteinpflaster, bildete kleine Pfützen und dünne Rinnsale. Normalerweise hatte ich immer einen Regenschirm dabei, aber seit meiner kaputt gegangen war, hatte ich noch keine Zeit gehabt, mir einen neuen zu beschaffen. Daher musste die Kapuze meiner Regenjacke reichen. Der Wind pfiff und ich hatte Schwierigkeiten voranzukommen. Im Inland war der Wind stark aber hier an der Küste war er manchmal so stark, dass man Tagelang das Haus nicht verlassen konnte. Der Wind wurde immer stärker sodass ich es schwer hatte, mich auf den Beinen zu halten. Mühsam kämpfte ich mich im strömenden Regen voran. Der kalte Regen, der meine Kleidung durchtränkte und mir übers Gesicht lief, erfüllte mich mit einer plötzlichen Trauer. Er wusch immerzu das Alte weg,um Platz für Neues zu machen. Er wusch all den Dreck fort und ließ die Welt wieder glänzen und strahlen. In der Natur war es einfach. Vergessen. Von Vorne anfangen. Neu beginnen. Aber nicht so bei mir. Ich konnte nicht einfach so neu beginnen, alles hinter mir lassen und vergessen. Ganz egal wo ich lebte oder was ich tat. Ich würde all das für immer bei mir tragen, all den Schmerz, all die Schuld. Ich hatte es versucht. Wirklich versucht. Doch mittlerweile, wurde das Vakuum in mir, das Loch, das mich von Innen auffraß immer größer. Es tat weh. Der innerliche Schmerz ließ einfach nie nach. Ließ mich nie durchatmen. Er entzog mir all das Glück, all das Gute und die Lebensfreude. Speiste sich daran nur um mich mehr und mehr einzunehmen. Ein Bild blitze in meinem Kopf auf. Theo wie er in seinem Sarg lag.Die Augen geschlossen, die Haare hübsch drapiert, die Hände im Schoss gefaltet. Er trug einen silbergrauen Anzug mit einer lilanen Krawatte. Hätte er sich selbst sehen können, wäre er vermutlich im Dreieck gesprungen. Er hasste Anzüge und erst recht lila Krawatten. Es war einfach nur völlig falsch. Dass er hier lag,in einem Sarg, auf einem Friedhof. Der Anzug. Alles. falsch, falsch falsch. Es war alles was ich denken konnte. Das konnte nicht sein, es war nicht wahr. Mein Puls beschleunigte sich und mir wurde leicht schwindelig. Langsam tief einatmend versuchte ich mich zu beruhigen. Die Hand mit der Blume zitterte leicht, als ich diese hob und sie sanft auf den noch offenen Sarg fallen ließ. Gelbe Hyazinthe. Seine Lieblingsblume.Einmal entdeckten wir ein ganzes Feld davon und er rannte durch sie hindurch wie ein glückliches Kind. Die Arme ausgebreitet rannte er und es schien beinahe als wollte er abheben. Sich hoch in die Wolken erheben und davonfliegen. Mein Herz krampfte sich schmerzhaft zusammen bei der Erinnerung. Damals am Grab, konnte ich mein Blick nicht von ihm abwenden. So wie er dalag könnte man fast meinen er würde nur ein Nickerchen halten. Nur friedvoll schlafen. Doch das Heben und Senken der Brust fehlte. Das vereinzelte Flattern der Augenlider. Der Schwindel nahm zu und mir steckte ein Kloß im Hals. Er konnte nicht weg sein. Es ging nicht. nein, nein, nein. Ich wollte hinunterspringen, ihn aufrütteln, ihn wach bekommen. Wollte das er mich frech angrinste, wie schon so oft. Wollte ihn in die Arme nehmen, ganz fest bei mir halten und immer wieder sagen wie leid es mir tut. So so leid. Ich wollte schreien, weinen, rennen. Fliegen. Einfach davonfliegen. Mit einem letzten Blick auf sein friedvolles Gesicht wandte ich mich mit zittrigen Beinen ab. Den restlichen Tag über war ich zwar da, aber nicht wirklich anwesend. In Gedanken flog ich mit Theo im Himmel um die Wette, unter uns blühten endlose Felder mit gelben Hyazinthen. Ein plötzliches Hupen riss mich aus meinen Gedanken. Ich konnte dem rasendem Auto gerade noch so ausweichen. Idiot. Durch den Sprung geriet ich aus dem Gleichgewicht und fiel hintenüber in eine schlammige Pfütze. Na toll. Vollkommen nass und dreckig, war ich nah dran mich einfach einem Heulkrampf hinzugeben. Dann wurde ich wütend. Was sollte das? Es war nicht fair! Nicht fair, nicht fair, nicht fair. Frustriert und wütend schlug ich mit den Händen auf den Boden, was dazu führte dass noch mehr schlammiges Wasser auf mir landete. In mir spürte ich diese Verzweiflung, Frustration, Wut, Trauer und Hilflosigkeit. Seitdem Theo nicht mehr war, fühlte ich mich allein. Vollkommen allein. Und ich konnte einfach nicht mehr. Es war zu viel. Mit plötzlicher Energie beflügelt,  stand ich auf und lief Richtung Klippe. Der zunehmende Regen peitschte mir ins Gesicht als ich über die wenigen Felsen kletterte und auf der anderen Seite weiter den Klippenrand entlang lief. Nach einer Weile lief die Klippe spitz zulaufend nach rechts. Die Hauptstraße machte dabei eine Biegung nach links wodurch der schmale Klippenweg frei in der Luft hing. Langsam lief ich darauf zu, setzte mich an dessen Ende an den Rand und ließ meine Füße hinunter baumeln. Mittlerweile hatte sich der Regen in ein leises Prasseln verwandelt und der Wind ließ auch nach. Ich sah den Regentropfen zu, die in den Ozean fielen. Sie erzeugten kreisförmige Wellen, einem Erdbeben gleich, nur um dann Teil eines Ganzen zu werden. Ich war nie Teil des Ganzen. Gehörte nie wirklich dazu. Und das wirst du auch nie. Flüsterte eine kleine Stimme im hinteren Teil meines Kopfes. Nun nahm ich meine Füße hoch, zog sie eng an meinen Körper, umschlang die Knie mit meinen Armen und ruhte meinen Kopf auf diesen ab. Die Tränen die die ganze Zeit langsam aber unbemerkt geflossen waren, nahmen jetzt zu. Liefen mein Gesicht hinab. Der Himmel weinte und ich weinte mit ihm. Als einige Tränen das Gras berührten leuchteten diese Stellen, in einem warmen gelblichen Licht auf, und in einem grün-goldenen Lichtnebel, wuchs eine wunderschöne  Kamille aus dem Gras. Trotz allem musste ich leicht lächeln. Ich wusste es zu schätzen dass die Natur ihr bestes gab, aber das änderte nichts an der Tatsache, dass ich es nicht mehr konnte. Ich wollte nicht mehr so sein. Die Freakshow. Der Außenseiter. Hastig wischte ich meine Tränen ab und stand abrupt auf. Der Wind blies meine Haare wild durcheinander während ich dort stand und ein letztes Mal den Ozean betrachtet. Ich ballte, meine Hände zu Fäusten,öffnete und schloss sie langsam wieder. Das wilde Reißen des Meeres starrte mich herausfordernd an.Schon immer hatte ich diese wunderschön wogende Masse bewundert, doch ich würde sie nicht unterschätzen. Sie war ein hungriges Biest, dass alles verschlang, mit sich riss und in die düsteren Tiefen hinabzog. Mühsam schluckte ich und versuchte gegen die Anziehung des Wassers anzukommen. Doch es war zwecklos. Die Gedanken, die nicht meine waren und der Wunsch zu springen, zwängte sich mir so schmerzhaft auf, dass es der einzige Ausweg schien.Nicht, dass ich nachher noch andere unschuldige Menschen mit in den Tod riss. So wie Theo. Und dann mein restliches Leben hinter Gitter verbringen müsste. Entschlossen schüttelte ich den Kopf, während der Wind meine Haare wild durch die Gegend peitschte. Nein. Dies war die einzig richtige Entscheidung. Ich wollte mich ein einziges Mal im Leben richtig entscheiden. Und daher sprang ich.










Kapitel 2



Fallender Schnee. Der Schnee fiel leise zu Boden.Flocke für Flocke. Begrub die Landschaft unter einer weißen Schneedecke. Zuerst war es wunderschön und kuschelig warm. Doch dann nahm der eisige Wind zu, der Schneefall verstärkte sich. Bald war der Schnee so hoch, dass er mich beinahe ganz begrub. Zitternd holte ich Luft, doch da war nichts. Kein Sauerstoff. Nur Schnee und Kälte. Mein Blut glich Eiswasser, das langsam gefror,meine Glieder konnte ich kaum noch spüren und auch das Licht schwand. Angestrengt versuchte ich mich frei zu kämpfen, doch meine Hände wollten mir nicht gehorchen. Mit bebenden Lippen, zitterndem Körper und schmerzenden Lungen kämpfte ich ums Überleben. Mein Herz raste, mir wurde schwindelig. Müde von der Kälte und dem Luftmangel, kapitulierte jetzt auch mein Körper. Um mich herum war es stockdunkel und eisigkalt. Während mir die Luft ausging konnte ich nur an eines denken: Ich will noch nicht sterben. Doch dazu war es bereits zu spät. Hinter meinen Augen explodierten tausende Feuerwerke und ein nie gekannter scharfer Schmerz durchfuhr mich. Dann wurde alles schwarz.



Keuchend und hustend hieß mich die Welt willkommen. Meine Lungen rangen hilfesuchend nach Luft, doch Wasser war alles was sie fanden. Dem Ersticken nah beugte ich mich vor und hustete und prustete all das Wasser aus meinen Lungen. Gierig zog ich die neu gefundene Luft ein. Ich konnte gar nicht genug kriegen. Nachdem meine Lungen gefüllt und mein Herzschlag sich etwas verlangsamt hatte, richtet ich mich auf und sah mich überrascht um. Wie konnte das sein? Wie konnte ich noch am Leben sein? Bis auf einzelne Schrammen an Armen und Füßen war ich unverletzt. Der starke Regen nahm mir die Sicht, wodurch ich nur verschwommene Umrisse wahrnehmen konnte. Wo war ich? Ein starker Hustenanfall lenkte mich von meinem Gedankengang ab. “Hey, ist alles in Ordnung?” Ein Ruf aus der Ferne, dann eine sanfte Hand auf meiner Schulter. Vor Schreck, fiel ich hinten über, konnte mich jedoch gerade noch rechtzeitig mit den Händen auffangen. Blinzelnd betrachtet ich eine grauliche Silhouette, die langsam näher kam und sich dann zu mir hinunterbeugte. Als die Person ihre Kapuze nach hinten streifte, erkannte ich einen Jungen meines Alters. Besorgt sah mich dieser an und wiederholte seine Frage. Immer noch verwirrt, nickte ich nur stumm. Es war doch eigentlich alles in Ordnung. Oder nicht? Freundlich lächelnd hielt er mir jetzt die Hand entgegen. Leicht skeptisch betrachtet ich diese und beschloss ihm zu vertrauen. Mit Leichtigkeit half er mir auf und untersuchte mich dann prüfend auf Verletzungen. “Was genau machst du hier, im strömenden Regen und trotz der Sturmwarnmeldung?” Seine Augen strahlten Sorge aber auch eine gewisse Neugierde aus. Da ich diese Frage weder beantworten wollte noch so recht konnte, blieb ich stumm. Erst jetzt bemerkte ich wie kalt mir war. Mein Körper zitterte, mir war leicht schwindelig und mein Kopf pochte schmerzhaft. Außerdem fühlte ich mich müde. So, so müde. Der Fremde schien mein Unwohlsein zu bemerken, denn er zog hastig seine Jacke aus und breitet diese über meine Schultern aus. “Komm, ich bring dich ins Warme. Du bist ja völlig durchgefroren.” Wie um ihm zuzustimmen begannen jetzt auch noch meine Zähne zu klappern. Um mich möglichst aufzuwärmen, stopfte ich meine Hände in die wohlig warmen Jackentaschen und setzte die Kapuze auf, um mich vor dem kalten Regen zu schützen. Plötzliche Müdigkeit und Erschöpfung überkam mich. Strauchelnd hielt ich mich an der Schulter des Fremden fest. Als mir dann auch noch schwindelig wurde, konnte ich mich nicht mehr halten und sackte zusammen. Das Einzige was ich noch mitbekam, war, dass der Fremde mich sanft auf seine Arme hob und dann begann den Strand mit mir entlangzulaufen.


Rauschende Wellen waren das Erste, das ich hörte. Ich konnte förmlich spüren wie sie gegen die Felsen krachten. Wie schön und stark sie dabei aussahen. Ich lag noch eine Weile so da, nahm es tief in mich auf und atmete aus. Dann öffnete ich langsam blinzelnd meine Augen und richtet mich leicht auf, was ich jedoch sofort bereute.Ein stechender Schmerz fuhr mir durch den Kopf und alles drehte sich. Mein Gesicht verzog sich schmerzerfüllt und ich hielt mir den Kopf. “Hey, alles in Ordnung”? Bei der Stimme, oder vielmehr seiner Stimme,nahm ich die Hand genauso schnell wieder weg und schaute auf. Schräg gegenüber von dem klapprigen Aufstellbett, das schon bessere Tage gesehen hatte, saß der fremde Junge. Das Buch, in seinem Schoß, hob er jetzt auf und kam besorgt auf mich zu. Dankbarerweise hielt er genug Abstand zwischen uns. Froh darüber, da ich ja keine Ahnung hatte mit wem ich's zu tun hatte, atmete ich auf. Zumindest schien er mir nichts antun zu wollen, sonst hätte er mich wohl kaum hierher gebracht. Wobei man ja nie wissen konnte. Diese verrückte Misery aus Stephen Kings Buch, hatte den Autor auch nur gerettet um, ihn dann ewig bei sich gefangen zu halten. Bei der Vorstellung fröstelte mir. Selbst verwundert darüber nickte ich nur.  Ich konnte es mir ja selbst nicht erklären, wie ich einfach so wieder aufstehen konnte, nachdem ich eine 20 Meter hohe Klippe ins kalte Wasser gesprungen bin. Bis auf meinen noch immer leicht pochenden Kopf, schien nichts gebrochen oder gestaucht zu sein. Auch sonst schien es meinem Körper gut zu gehen. Wie war sowas möglich? Und wie konnten meine Klamotten, so schnell vollkommen trocken sein? Auch mein Buch das, er in der Hand hielt, schien mir vollkommen unbeschadet. Vielleicht hatte er ja alles an dem Kaminfeuer getrocknet. Doch selbst das hätte Stunden gedauert. Stirnrunzelnd, gab ich es auf, weiterhin darüber nachzudenken. Sonst würde ich noch verrückt werden. Zumindest noch verrückter als alle Welt schon annahm. 


Eine Tasse Tee, die sich nun in mein Sichtfeld schob, unterbrach meinen Gedankengang. Leicht Lächelnd hielt er mir die dampfende Tasse hin, die ich kurzentschlossen entgegennahm und meine immer noch leicht zitternden Hände daran wärmte. Hmm, das tat gut. Immer noch leicht skeptisch, betrachtet ich ihn und ließ ihn nicht aus den Augen, als ich den Tee trank. Er erfüllte mich mit einer wohligen Wärme, wodurch ich unwillkürlich die Augen schloss. Auch wenn ich am liebsten wieder zurück in die wohlige Wärme und Dunkelheit des Schlafes gedriftet wäre, setzte ich die Tasse in meinem Schoss ab und betrachtet das Zimmer. Anscheinend diente es als altes Fischerhaus. An den Wänden hingen lauter verschiedene Hilfsmittel, Angeln, Netze und etliches Andere an Haken. An der gegenüberliegenden Wand lehnte sogar ein kleines Ruderboot. Außer dem Bett, einer kleinen Küche in der Ecke und dem Stuhl auf dem der Junge wieder Platz genommen hatte, war der Raum leer. Als mein Blick weiter schweifte, fiel er auf die recht großen Fenster, die eine direkte Aussicht auf das Meer boten. Es schien fast so, als würden wir über dem Meer schweben. Bei dem Anblick, wurde mein Herz etwas leichter und ich fühlte mich direkt besser. Versonnen betrachtet ich das Sturmgrau der aufragenden Wellen, und versank in dessem schönen Anblick. Der Wind nahm zu, genauso wie der Regen, der laut gegen die Fenster peitschte. Mit einem leisen Räuspern unterbrach der Junge die Stille und sah mich eindringlich an. “Was genau, hast du dort getrieben? Mitten im Sturm und das auch noch am Meer? Und vor allem ganz alleine?” Fast schon anklagend sah er mich an. Aber da war noch etwas. Ich konnte auch Sorge und Angst in seinem Blick erkennen. Oder vielleicht bildete ich es mir auch nur ein, denn nach wenigen Sekunden war es wieder verschwunden. Ratlos zuckte ich mit den Schultern. Was sollte ich darauf schon antworten? Tut mir leid ich wollte nicht mehr leben, weil ich meinen besten Freund getötet hatte und aller Wahrscheinlichkeit nach, verrückt bin, was mich dazu bringt nicht mehr auf dieser gottverdammten Welt leben zu wollen? Nein, das konnte ich nicht. Auf der Unterlippe kauend dachte ich nach. “Wie heißt du?”, wich seinem Verhör aus. Leicht seufzend ging er darauf ein. “Jacob.“ Bevor ich mich bremsen konnte war es auch schon zu spät. „ Wie die Schafrasse?“ Mist. Ich hätte mich am liebsten selbst  für meine Dummheit geohrfeigt. Doch Jacob hob nur grinsend eine Augenbraue und ließ sich davon nicht irritieren. Anfangs hatte ich es nicht bemerkt, da ich entweder zu abgelenkt oder mit meiner aktuellen Lage beschäftigt war, doch jetzt spürte ich es ganz deutlich. Eine leichte Wärme formte sich in meinem Bauch und breitet sich in meinen gesamten Körper aus. Mein Herzschlag beschleunigte sich und ich fühlte mich gut. Es war so seltsam all das nach so langer Zeit zu fühlen,weshalb ich es verwirrt überging und ignorierte. Darüber konnte ich mir auch später noch Gedanken machen. „Nett dich kennenzulernen.“ Er streckte mir seine rechte Hand entgegen und schüttelte meine, die ich ihm etwas zögerlich hinhielt. Wieder durchfuhr mich diese Wärme wie ein Blitz. Vor Freude seufzte ich leicht, ließ dann hektisch seine Hand los und starrte ihn peinlich berührt an. Hoffentlich dachte er jetzt nicht ich sei ein seltsamer Handfetischist. Gab es das überhaupt? Das musste ich unbedingt nachschauen. Aber bei der Rasse Mensch, war schließlich alles möglich. Immer noch grinsend erwiderte er meinen Blick und wollte daraufhin meinen Namen wissen. “Annabelle”, war meine kleinlaute Antwort. Es war nicht so, dass ich meinen Namen nicht mochte. Ich mochte nur nicht das, was damit in Verbindung stand: Die Außenseiterin, die Verrückte, die Mörderin. Das letzte war zwar meine Beschreibung, aber dennoch. Ein warmes Lächeln überzog sein Gesicht und als er meinen Namen aussprach, spielte all das keine Rolle mehr. Aus seinem Mund klang er wie flüssiger Honig, weiche Wolken, wie im Meer schwimmen und am Lagerfeuer sitzen. Wie Feuer wärmte es meine Brust und ließ mich förmlich glühen. Ich konnte nicht anders als ihn leise lächelnd anzusehn. “Wunderschön.” Setzte er jetzt noch hinzu. Sein intensiver Blick der mir direkt in die Seele zu blicken schien, und mich direkt ins Herz traf, schien anzudeuten dass er damit nicht nur meinen Namen meinten. Mein Puls beschleunigte sich erneut, wodurch ich verlegen wegschaute. Auch wenn er diesen nicht hören konnte, wollte ich nicht, dass er es mitbekam falls ich rot werden sollte. Vollkommen durch den Wind, rieb ich mir die Schläfen. Wie konnte es sein, das ich all dies auf einmal wahrnahm? Dass ich mich plötzlich wieder wie ich selbst fühlte? Wo war mein gleichgültiges, gefühlloses Ich hin, an das ich mich schon so lange gewöhnt hatte? Ein leises Piepen ließ mich von meinen Gedanken auffahren.Der Junge bzw. Jacob warf einen Blick auf sein Handy und knirschte frustriert mit den Zähnen. “Alles Okay?” Wollte ich mit leicht bebender Stimme wissen. Verdammt, Mädchen reiß dich zusammen. Vor wenigen Minuten hast du ihn noch für einen potentiellen Mörder gehalten und jetzt drehst du gleich völlig durch wegen all der Gefühlsduselei. “Nee, passt schon.” Der Meinung war ich zwar nicht, da er immer noch aussah als hätte er in eine Zitrone gebissen, aber ich ließ es durchgehen. Sein Privatleben ging mich schließlich nichts an und wenn seine Eltern -...Verdammt. Hektisch sah ich mich nach meinem Handy um, konnte es aber nirgends finden. “Wo ist mein Handy?” Als er einen gehetzten Blick bemerkte ging er beruhigend auf mich zu. “Hey, hey ganz langsam.” 

“Bitte, ich brauch mein Handy, bitte.” Als er meinen flehentlichen Blick sah,, seufzte er und reichte mir seins. “Tut mir leid, aber deines war aufgrund des Wassers leider nicht mehr zu gebrauchen.“ Fluchend schnappte ich mir seins und  warf einen Blick auf die Uhrzeit. Kurz nach neun. Meine Eltern würden mich umbringen. 












14.3.20 15:03


Phönix

Mein magen gefüllt mit säure als würde er brennen 

Brennen wie meine seele 

Zu asche verglüht 

Steige auf wie ein phönix 

Stärker denn je 

Bis wieder die  

Dunkelheit mich verschluckt 

Mich bricht und zerspringen lässt 

Mich brennen lässt 

Bis ich zerfall 

Und wieder aus 

Der asche aufsteige 

Damit der kreislauf 

Wieder von vorne beginnt

 

 

 

Irgendwie habe ich das Gefühl, das du der Einzige bist der mir wirklich zuhört. Darum werde ich in Zukunft meine Geschichte hier posten. Weil ich das Gefühl habe das du der Einzige bist der sie wirklich lesen wird.

14.3.20 11:35


Primink <3

Dear Primink, 

I know you dont know who I am and you probably dont care but i will still tell you. 

I dont know why but i really like you. I like your voice ist so calming and relaxing. I feel at peace and like everything will be alright. I watch your videos bc of you. Of your voice, your personality. You are so wholesome and honest and down to earth. I reall like that. You just seem like a great person. And for some reason I feel connected to you. I know it sounds stupid...maybe i am just lonley and looking for a friend. Just another thing i can fill the empty whole inside of me. But i also feel like, i would love to have you as a friend. I havent felt connected to many in my life, one is gone, the other is my boyfriend and the last one my best friend but he isnt really good at idk being a friend or calming me down or whatever. So yeah. And you just helped me. You spark a light inside of me, calm me down, make me laugh. Your personality is just amazing and so wholesome. I even commented on your videos which I usually never do. Like literally never! So I had a lot of  idk i wouldnt say crushes but people i really liked and was fascinated by. Characters, people in real life, actors, youtubers. But I always liked them, sometimes even talked to them in my head whoch probably sounds really crazy, but  i never acted on it. I always was happy watching them from far apart. But with you ist different. I dont know why. But always when i hear your voice again i light up like a lamp...I just feel sou good and calm. And that even tho I am depressed and havent felt anything in over a year. Thats why you mean so much to me. And sometimes when you say you havent been feeling well or are sad, then I just wanna be there for you, wanna be a friend, wanna help you. I wish I could do that. You are just a wonderful person and i know that people tell you that everyday but i just hope that you one day can see it yourself. I just wish it so much, bc you are the most amazing and wholesome person i ve ever seen. I really really like you and wish we could be friends. I even thought about going to patreon so i could like to you but i would feel weird buying a friend. Plus i dont even have the money atm. You really mean alot to me which is crazy bc i barley know you and you dont even know i exist and probably dont even care. I dont know whats wrong with me why i am that odd and weird atm. Maybe i just need someone so despretly. Somneone I can be close to and talk to. Yes i have my bf but he is busy and has his own issues. My best friend is good to talk to but still dont a really good friend in total. And i dont have anyone else i feel connected to. Well i once had a friend, the first freind actually i felt connected to but i dont have him anymore. So yeah...I just hope that this phases passes and i learn to fill my inner emptyness with things i enjoy and can help myself and be good enough for myself. But till then i ll have you as my anchort bc you do help me so so much. 

You have all my support and love you amazing wholesome person. 

Thank you, you really are amazing. Just like your beautiful voice and your giggles and just everything...If I wouldnt have my bf i probably would have a hardcore crush on you. And I dont care if you are gay or your voice sound like it. You are wonderful as you are and your voice is beautiful.  

In love, a unkown girl that kinda put herself out there bc you mean alot to her, but that now will vanish again bc ist better like that. 

I adore you and your voice. 

Love you always, Em xx

12.3.20 21:39


I wish

Wenn du ehrlich bistWeißt du das in dir drinn, ne Leere istAber du willst mehrEtwas echtes fühlen wär so viel wertIch stürzeWenns mir mal gut geht such ich den Fehler und mach alles kaputtAn schlechten Tagen hab ich angst vor mir selbstIch steh am Abgrund spring in die TiefeTrotzdem passiert mir nichtsIm moment wenn ich nicht mehr dran denkt, dann fängst du mich aufEndlich kann ich wieder fühlnEndlich kann ich wieder etwas fühlenEndlich kann ich wieder etwas fühlenIch hab dich so lang gesuchthttps://youtu.be/Gp_UIL52HiY
6.3.20 19:09


Mood

Gerade bin ich so freunde finden und community apps durchgegangen. Hab nicht wirklich was gefunden. Ich hab freunde ja, aber da es mir gerade nicht so gut geht und die meisten nicht die meiste Zeit schreiben wollte ich jemanden finde mit dem ich schreiben kann. Eigentlich hab ich ja meinen besten freund dafür, aber der ist in letzter zeit nur nervig. Mit dir kann ich ja so direkt nicht schreiben was echt schade ist weil ich glaube es ist schwer menschen mit ner guten wellenlänge zu finden-will dir kein schlechtes gewissen machen, sondern nur sagen das du ein guter freund bist. Ich glaube auch wegen alldem hab ich schon immer gern gelesen. Oder schreibe gern. Weil dann kann ich mir Freunde erschaffen, habe welche die für mich da sind und mit denen ich spaß haben kann. Gute unterhaltungen haben kann. Klingt vermutlich doof aber in meinem fall besser als nichts und charaktere sind auch einfach nur toll💙~Btw wollte mich für dein Kommentar bedanken! War voll lieb und hat mich zum lachen gebracht, also dankeee! ~It feels like I am loosing my best friendThe one i wanted to spend the rest of my life withOr maybe, I am just loosing myself.
6.3.20 18:44


v3nt

Im Moment gehts mir echt nicht gut. Meine Depression ist zurück. Yay! Auch mein Freund ist jetzt wieder depresssiver wodrch er nicht mehr so ist wie normalerweise was mich natürlich auch noch runterzieht. Auch das ich warten muss bis ein gutachter mir mehr teraphiestunden genhemight ist echt bescheurt. Meiner Psyche gehts nicht gut wodurch ich nicht wirklich raus und was machen kann. Sie ist einfach noch zu schwach und braucht mehr siet aber ich bin es satt immer nur drinnen zu sitzen und nichts zu tun. am liebsten würde ich mich in arbeit verlieren um dann von dem geld meine innere leere zu stopfen. Vor zwei jahren gings mir noch besser.Ich hatte meinen Kater, eine Zukunftsaussicht, mein Freund war noch er selbst dem es gut ging. Alle meine freunde mit pschischen problemen kommen voran, machen etwas, haben eine zukunft nur ich sitze wieder da habe nichts und mir gehts schlechter. Alle sagen immer finde deinen eigenen weg, folge deinem gefühl und das leben wird dich zum richtigen weg führen und so was. Hab ich gemacht. Und was kam dabei raus? Mir geht es schlechter,m meine eltern sind geld los, mein freund ist wieder depressiv, ich hab meine chance auf ne zukunft mit proffesinnnler hilfe verbaut und alles nur weil ich meinem gefühl gefolgt bin, Weil ich frei leben wollte und dachte ich würde mein ganzes leben eh nur reisen wollen und ständig umziehen nur um dann festzustellen das es mir doch lieber ist wenn ich ein stabiles sicheres zuhause habe, keine neuen herausforderungen die mich psychisch kaputt machen oder mich ständig umgewöhnen muss. Ich hasse es das ich so bin weil ich so so viel lieber frei und unabhägig wäre. Doch meine psyche gestattet es mir einfach nicht und anscheinedn bin ich auch einfach nicht der typ dazu. Es frustriert mich das meine psyche mich gefangen hält ich tun kann was ich will aber wenn meine psyche nun mal so lang braucht um zu heilen, ähnlich einem gebrochenen fuß kann ich da nicht viel machen und es macht mich rasend. Ich fühle mich alleine, verloren und hilflos. Habe sogar darübner nachgedacht wieder in die klinik zu gehen. aber mir geht es gearde so schlecht das ich nicht mal mit anderen im zimmer sein könnte. Auch das schönne wetter nervt mich. Ich fühl mich wie wenn ich keinen platz hier habem, keine zukuft und nie eine haben werde. Für immer herumdümpelnd ohne irgednetwas richtiges. Alle um mich herum haben chance und möglichkeiten während ich momentan nicht mal zu ner verdammten therapie gehen kann! Es ist einfach so bescheurt.Und ich habe nicht mal meinen kater um mich zu trösten. Der mir immer geholfen hat. Und ich vermisse meinen freund,so wie er am anfang war, Aber bis es im besser geht wird es auch dauern und ich fühl mich so alleine, hilflos und ich verkmisse ihn.ich hasse ihn dafür das er mich dazu gebracht hat zu lieben denn jetzt heißt es nur das ich ihn vermisse es unedlich schmerzt währedn er kaum zeit hat und alles noch schwieriger macht. Ich brauchte nie jemanden also klar nen freund aber ni einen festen freund. Aber jetzt habe ich das gefühl das es etwas ist das ich schon immer wollte. jemand der für mich da ist und mich immer unterstützt und mit dem ich über alles reden kann. Jemand der für mich sorgt und sich um mich kümmert wenns mir schlecht gehtz. all das hatte ich nie bei freunden.Und wenn ich meinen jtztigen freund verlieren würde, würde ich es wieder so so sehr brauchen das es mich vermutlich zerreißen würde und mir alles sinnlos vorkommen würde ohne jemand an meiner seite was ich nie nie so hatte und ich hasse es jetzt so abhängig zu sein.Ich hasse es das es mir schlehct geht und mir niemand helfen kann, ich hasse es das ich immer körperlich krank bin und kein arzt weiß warum und ich von arzt zu arzt renne immer mit neuen problemen und beschwerden. Die zu 90 prozent vermutklich von meiner psyche kommen. aber wenn es mir körperlich schlecht geht wie soll ich dann an meiner psyche arbeiten? Wie soll es mir psychisch besser gehn wenn es meinem freund schlecht geht und mir dessen einfuss immer so so sehr geholfen und mich aufgebaut hat? wie solle ich es ohne meinenfohne meinen freund der mich immer aufgebaut hat und so so sehr geholfen hat das es mir besser geht, wie soll ich es ohne meinen kater schaffen wenn der mir immer os viel energie gegeben hat, wie soll ich es ohne meeine therapeutin schaffen wenn ich mich so hilflos und verloren fühle?
3.3.20 17:48


Letter to Jerk, more than enough

Dear Jerk,

 

It hurts, not being able to talk to you. I know that I need it, to become emotionally independend. Maybe that´s also why it hurts sou damn much. And I hate that we can´t even talk half a day, without you doing something that hurts me. I don´t know you anymore. Or understand you. Which hurts sou much bc once you were my best friend and I knew and understood you. It was amazing to talk to you and we never had issues. But yes, afer all thet time and shit that happend, I can understand why you´ve changed. That´s why I wanna help you, so badly. But that doesn´t mean that I don´t get hurt or upset by the things you say or do. It hurt so deeply. An intense pain. And I just hope that it will pass, like it always does with pain. But I just wanted to tell you, that it hurts. And was wondering if it hurts you too? Even if it´s just a little bit...Do you feel the pain too? I don´t know why, but it would help me in a way. Knowing I am not alone with it. But in the edn we are all kinda alone aren´t we? So I´ll just keep fighting, keep going, bc I´ve got me and myself and that´s enough. Bc I am strong. Bc I am my own best friend. Bc I care about me when no one does. Bc I matter and am important,good, creative, smart, kind and so much more, no matter what others say. I´ve got me and that´s more than enough.

Your (ex-best) friend,

Bitch

19.2.20 17:23


[untiteld]

Mein herz tut weh und ich weiß nicht mal, warumOder warte, vielleicht ja dochNiemand, zu viele, keinerFühl mich keinem nahFühl keiner ist daAlle sind so weit wegOder vielleichtSchwebe ich ja im AllZwischen all den SternenAll den Möglichkeiten,Verpassten ChancenUnd leeren HoffnungenVielleicht schwebe ich im nichts der weltWeit weg von allen anderenNur mit mir und mir alleinDer schmerz tut weh ganzTief im herzenEr nimmt mir die luftRaubt mich meiner GedankenUnd alle sind so weit wegUnd ich bin alleinJa alleinWerde ich ja dochSowiesoImmer sein
2.2.20 22:52


I think in a way

I like him more

than I should

and want to.

27.1.20 15:04


Uff...

Weißt du was echt ironisch ist? Früher habe ich,immer wenn ich meine Bücher gelesen habe, mir einfach nur gewünscht ihr Leben haben zu können. Habe mich gefragt warum mir nicht solche Dinge passieren, und es mir so sehr gewüscht das es in Tagträumen und Geschichten ausdenken übergegangen ist. Ich dachte mir immer "Meine Güte das Mädchen beschwert sich das sie zwei Typen zur Auswahl hat und alles so schwer ist und so weiter, und ich sitze hier und habe nicht mal eine Person die mich auf diese Weise mag." Darum war es für mich um so überraschender, als mein jetztiger Freund mir mitteilte das er mich auf diese Art mag. Und mehr wollte ich auch nie. Es war schon mehr als ich mir je geträumt hatte weil ich mir nie vorstellen konnte das mich jemand auf diese Art mögen könnte.

Nach einer Weile ging ich dann in eine Art Therapie, wo mir ein Typ naja sozusagen mir seine Gefühle mitteilte bzw. das er mich sehr toll finde und hat mir auch hier und da Geschenke gemacht, gemeint wir können ja zusammen die Welt umsegeln gehen etc. Und das obwohl ich einen Freund hatte. Naja allgemein ist er ein echt sehr guter Freund mit dem ich auch immer noch in Kontakt bin auch wenn er sich öfters wünscht das es eine zweitausgabe von mir gäbe und keine Ahnung noch was. Es war immer schwer für mich zu verstehen und ist es immer noch. Ich sehe weder gut aus, noch ist mein Charakter unglaublich toll, eher komisch, verdreht, nerdisch und tollpatschig. Ja ich bin eine gute Freundin, immer da, hilfsbereit und all das, aber naja hätte mich nie als "Freudin Material" angesehen. Ich will mich die meiste Zeit nur im Zimmer verkriechen, lesen und Serien gucken. Genau das was ich mit meinem Freund zusammen sehr gut kann und gerne mache. Plus Reisen natürlich. Ich bin eine Träumerin, mehr im Kopf als in der Realität, Schüchtern und wie es mein Freund immer sagt "goofy". Daher,war es auch kein Wunder das ich mich gestern in eine Art Heulkrampf gestürzt habe als mein Bester Freund aus Amerika mit dem ich seit ungefähr 2,5 Jahren in Kontakt bin mir mitgeteilt hat das er mich liebt. Damals als ich ihn kennengelernt hatte, kam er gerade aus einer Beziehung, mit seiner Traumfrau für die er bereits einen Ring gekauft hatte, doch diese dann einfach Schluss machte. Ich habe ihm damals anscheind davon abgehalten sich das Leben zu nehemn. Auch mir hat ee sehr geholfen, nachdem ich dich verloren hatte und mich nicht so gut fühlte. Ich mochte ihn sehr. Wir haben viel geredet, gelacht und hatten eine gute Zeit. Ich habe mich in seine Stimme, sein Lachen und keine Ahnung noch was verliebt. Wir wollten uns eigentlich auch treffen doch anscheind hatte er das nie vor weil er sich nicht traute weil seine Ex aus Österreich kam und er keine Erinnerungen wecken wollte. Naja jedenfalls mochte ich ihn sehr und setzte meine Freude darin mich mit ihm zu treffen und durch Englanmd zu reisen. Bis er sich dann plötzlich mit dem Mädel traf das direkt seine Freudin wurde. Sie lernten sich über Tinder kennen und sie sah aus wie ein Model. Stellte sich aber als Schlampe raus. Jedenfalls brach mich das. Daher suchte ich jemanden der für mich da war und mit dem ich reden konnte und fand ihn in meinem jetztigen Freund mit dem ich zu dem damaligen Zeitpunkt immer schon Emails geschreiben hatte. Wir wechselten zu Whatsapp und redeten jeden Tag. Er brachte mich zum Lachen, baute mich auf und gab mir nach dem besten Freund und dem Zoomitarbeiter den ich mit viel Mut Ansprach weil ich Freunde finden wollte und er auch ziemlich süß aussah und mich voll unschön behandelte hatte, wieder die Kraft ins Leben zu finden und gegen meine Depressionen die durch all das entstanden waren anzukämpfen. Ich ging für ne Zeit in eine Klinik und traf mich im August mit meinem Freund. Es war unglaublich schön und die beste Zeit bisher. Seitdem waren wir in vielen Ländern, haben gelacht und jede Menge Spaß gehabt. Tränen und Probleme geteilt und waren für einander da. Währenddessen verweigerte ihm die Schlampe Kontakt mit mir da ich ja ein Mädchen sei, und ich redete nicht mehr wirklich mit meinem besten Freund für über ein halbes Jahr. Nachdem die Schlampe ihn nach fast 2 Jahren betrogen hatte, ging er direkt in eine Beziehung mit einer Italienierin ein, die er nach nur einer Woche Kontakt treffen wollte, Geld für Flieger, ein 300 Euro teures Paket plus 200 Euro versand und einen Ring ausgab, und am Ende sitzengelassen wurde weil sie nicht in die USA einfliegen durfte. Danach hatte er vor kurzem dann noch einen One Night Stand. Währenddessen war ich IMMER für ihn da, habe ihn unterstützt, ihm Tipps gegeben, war ihm eine Freundin. Selten bzw. nie bekam ich ein Dankschön zurück. Fast nie ging er auf meine Themen ein oder fragte nach. Oftmals gab er Sachen von sich die einfach nur dämlich waren, beleidigte meinen Freund und das obwohl er ihn nicht kannte und war allgemein einfach nur anstrengend. Ich denke ich halte bis heute daran fest, weil er mir damals einfach so viel geholfen hatte und Teil dessen ist wer ich heute bin. Und weil ein kleiner Teil in mir hofft das der echte Freund den ich damals kennenlernte noch irgednwo da vergraben liegt. Ich weiß das er mit seinem Feuerwehr/Sanitäter Job viel mitgemacht hat und so viel Hoffnung in Beziehungen setzt und immer wieder aufs neue verletzt wird. Aber das heißt noch lange nicht das man dafür die einzige Person die wirklich für einen da ist, veletzten sollte. Und das tat er oft. Erst vor kurzem war er wütdem auf mich weil ich etwas angesprochen hatte und das nur obwohl ich helfen wollte...Normalweise hätte ich die Freundschaft längst beendet. Genung Gründe gibt es. Aber ich bin niemand der einen Freund einfach so im Stich lässt. Das könnte ich einfach nicht mir mir vereinbaren. Außerdem würde ich mich schlecht fühlen weil sein Leben allgemein gerade ziemlich beschissen ist. Aber irgednwie liegt er meinem Herzen auch näher. Genauso wie du. Und solche Menschen kann ich nicht einfach verlassen ohne das es mich unheimlich schmerzt. 

Und das bescheurtste ist das er immer der einzige Freund war dem ich nahe war und alles erzählen konnte. Meinen anderen Freunden fühlte ich mich nie so nah. Und wenn es jetzt etwas gibt das meinen Freund angeht kann ich nicht mehr mit ihm darüber sprechen. Es würde sich seltsam anfühlen. Normalerweise konnte ich selbst über die unangenehmsten Themen mit ihm sprechen doch jetzt fühlt es sich beinahe wie Verrat an. Ich redete von all den Intimen Sachen und währenddessen wusste er die ganze Zeit das er mich mehr mochte...Das tut einfach irgendwie weh. Anscheind sind es unterdrücke Gefühle wesshalb naja keine Ahnung...Erklärt das warum er meinen Freund schlecht gemacht hat? Ja. Erklärt es warum er ein schlechter Freund und ein Idiot war? Nein. Er meinte "I care about you" Ja genau weil es total so aussah, und du mich auch so behandelt hast. Ich meine was sollte der Mist?! Er ist eifersüchtig auf meinen Freund den ich gefunden hatte nachdem er mich von ner Klippe gestürzt und extrem verletzt hatte? Er ist doch derjenige der von Beziehung zu Beziehung hüpft, mich schlecht behandelt und sich extrem verändert hat. Bisher habe ich ihm noch nicht zurück geschrieben. Real kommt es mir immer noch nicht vor. Zum Teufel wie kann mich überhaupt eine Person lieben let alone fucking Drei?? Es macht keinen Sinn und zum ersten Mal in meinem Leben wünschte ich mir die, Geschichten würden zurück in ihre Bücher gehen und mich in Ruhe lassen. Ich bin zufrieden mit meinem Freund und alldem was ich habe ich brauche nicht noch mehr. Und es ist einfach nur doof weil ich jetzt meinen besten Freund verloren habe. Natürlich sagt er das er nie wöllte das wir etwas ändern aber wie kann ich immer noch ehrlich und offen sein wenn ich weiß das er... Ich verstehe es immer noch nicht. Es macht einfach keinen Sinn. Und mehr als Zuvor wünsche ich mir einen Freund dem ich so nahe bin und der objektiv denkt. So wie du. Aber ehrlich gesagt habe ich momentan keine Lust neue Freundschaften zu schließen. Habe meine Freund vorhin zum Flughafen gebracht. Jetzt bin ich wieder ohne ihn. Ohne meinen Kater. Ohne wirklichen besten Freund...Ich weiß nicht was ich machen soll. Vielleicht rede ich heute mit ihm. Auch wenn ich keine Lust auf Argumente oder keine Ahnung was habe. Ich hoffe du hattest einen besseren Start in die Woche.

Ich mag es immer noch wie du schreibst. Und es bedeutet mir vor allem momentan sehr viel das du mir geantwortet hast. Hört sich an als ob viel in deinem Leben passiert, und ich hoffe das es nur gutes ist. Falls du. da du ja auch ein Typ bist, irgendeinen Tipp oder sonst etwas zu sagen hast würde ich mich sehr freuen. Liebe Grüße, Alaskablue (Siri)

21.1.20 20:02


Hey...

Kennst du das wenn man so im Halbschlaf ist und über etwas nachdenkt und sich später kaum noch daran erinnert? Mir ging es heute so aber ich werde es trotzdem so gut es geht versuchen. Falls ich dich mit meiner Antwort vergrault haben sollte tut es mir leid. Ich schätze ich war/bin einfach so dankbar das du da bist. Es immer warst. Immer still zugehört hast und nie ganz gegangen bist. Das bedeutet mir soo unglaublich viel und ich bin dankbar dafür. Mehr als ich in Worte fassen kann. Um ehelich zu sein blieb mir sogar kurz die Luft weg als ich es gelesen hab. Ich würde mich unheimlich gerne wieder in deinen Worten verlieren und mit dir reden. Aber es ist voll okay wenn es so bleibt wie es ist. Ich hoffe das du immer noch mein stiller Zuhörer sein willst. Ich werde auf jeden Fall gelegentlich wieder mehr schreiben. Apropos, schreiben. Bin mit meiner Geschichte fast fertig, musd sie nur noch editieren, etwas umschreiben und so. Momentan schreibe ich sogar an einer neuen. Vielleicht bekommst du sie irgendwann ja mal zu lesen, wer weiß (;Mal zu nem Lebensupdate:Momentan bin ich erkältet hab immer noch Schmerzen seit Monaten und weiß nicht warum. War tausend mal bei Ärzten und hab mittlerweile echt keine Bock mehr... das auszuhalten ist echt hart. Ich hoffe nur das sie demnächst was rausfinden...Das mit den Bränden in Australien hast du bestimmt auch mitbekommen oder? Ich halte das Thema größtenteils auf Distanz weil ich sonst verrückt werden würde vor Trauer und Wut... als ich in Australien war durfte ich ja einen Koala und Baby Joey im Arm halten und die waren soo niedlich! Und zu sehen wie sie verletzt sind oder schlimmer... würde mich innerlich zerbrechen lassen wenn ich es an mich ranlassen würde. Habe jetzt auch bisschen Angst um meinen Freund... Er lebt zwar im Westen aber da gibt es jetzt auch vermehrt Brände... Am liebsten würde ich ihn nicht fliegen lassen damit er hier sicher ist. Aber ich weiß das er unbedingt wieder seine Familie/ Freunde sehen will. Nicht nur wegen meinem Zustand und den Bränden aber vor allem weil ich meinen Freund vermutlich ein ganzes Jahr nicht sehen werde wird es vermutlich ein hartes Jahr. Auch weil Tiger ja nicht mehr bei mir sein kann weil meine Mama ja krank ist/war. Und ihn und meinen Freund zu vermissen zusätzlich zu allem anderen wird echt hart werden. Weißt du eigentlich das ich, als wir geschrieben hatten immer dachte/hoffte: Entweder soll er antworten oder Tiger kommen. Beides hat mich gleich glücklich gemacht. Und glaube mir das zu schaffen; da bist du ganz hoch oben. Höher geht es wohl kaum. Außer Bücher aber die zählen nicht. Ich hoffe du hast noch eine schöne Woche.Peace out xxxx
10.1.20 01:49


Sicherer Hafen

Manchmal denke ich an dich

Manchmal flüchte ich mich hierher

Wo ich mich sicher und geborgen fühl

Und jedes Mal mit leiser Hoffnung

Du hättest geschrieben

Ich weiß das du immer dachtest es

nicht wert oder gut genug zu sein

Aber wenn dem so wäre,

würden ich dann jetzt immer noch

an dich denken, nach all der Zeit?

Mir wünschen mit dir schreiben zu können

Um zu wissen wie´s dir geht und was du machst

Bisher hast du glaube ich den tiefsten Abdruck

auf meinem Herzen hinterlassen

Und irgednwie bist du nach all der Zeit

Immer noch so etwas wie ein sicherer Hafen

für mich

 

 

Auch wenn ich um einiges selbstänidger bin. Ich war 3 Monate in Australien, habe in Schottland gearbeitet, mehrere Therapien hinter mir, neue Freunde gefunden, sogar einen Freund hab ich ( jap ich verstehs auch nicht so ganz)

Und trotz alldem wünsche ich mir dich als Freund zurück. Du warst der erste der für mich da war, und mich verstande hat. 

Du glaubst gar nicht wie sehr ich mir meinen sicheren Hafen zurückwünsche. So so sehr.

 

Btw gerade höre ich Coldplay Live in Jordan. Sind ziemlich gut^^ Habe heute an meinem Manuskript geschrieben. Ich würde dir nur zu gern davon erzählen und dich um deine Meinung fragen. Denn naja ich habe sonst nicht wirklich jemand der viel Interesse zeigt, nicht mal online klappts so wirklich. Und Nathan, mein Freund ist noch nicht so gut in deutsch als das er mir wirklich helfen könnte...Naja vielleicht sende ich dirs ja irgednwann mal zu, sofern es ein Buch wird...Du wolltest mir Panckes machen weißt du noch? Machst du die immer noch? Wie geht es dir? Wie läufts Arbeiten, bist du noch bei der Feuerwehr  und gibt es sonst noch was neues?

 

I really care about you.

Denn du bist mein sicherer Hafen 

und wirst es immer bleiben.

22.11.19 19:02


Manchmal frage ich mich

Manchmal frage ich mich„Denkst du auch an michSo wie ich an dich?“Nicht immer oder oftNur ab und anDann und wannEin kleiner GedankeIm dichten NebelUnd dann frage ich michWie es dir wohl geht,Was du machst.Und ich spüre den DrangDas ich mit dir reden willNicht viel oder langEinfach nur kurz weil ichs So gerne täteImmer wenn ich an dich denkFühl ich mich gutEin warmes gefühl überallIch wünschte ich könnte Mit dir schreiben nur einEinziges mal weil ab und anVermiss ich dichNur ein bisschen und nicht viekAber dennochIch könnte dir von meinem Freund erzählenDer Klink, meiner Mutter, das ichGerade in Schottland binWies mir geht und was ich denkeDenn du verstands mich immer am bestenIm Herzen bleiben wirst duImmer und vergessen werde ichDich nimmer
15.9.19 02:43


The whispered words:Meine Geschichte; Meinungen, Ratschläge etc.

 Vor kurzem habe ich angefangen eine Geschichte zu schreiben und würde mich daher sehr über Meinungen und erste Eindrücke freuen. Wenn sie euch gefällt hätte ich auch noch mehr das ich einstellen könnte (:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Prolog



Das  Mädchen kicherte leise mit vorgehaltener Hand. “Nein,du doch nicht! Aber Mr. Bengly schon!. “Was?” “Liberty?, Nie im Leben!” Ja das kann ich machen!“ Das Paar das soeben gemütlich durch den Wald spazierte dachte sich nicht viel dabei, als es ein Mädchen hörte das sich mit jemandem unterhielt. Doch als sie an ihm vorbeiliefen, stutzen sie. Denn das Mädchen redete nicht etwa mit einem Freund oder Gechwisternteilt. Im Gegenteil. Sie saß dort vollkommen alleine, unter einem alten Ahornbaum und quasselte munter vor sich hin. “Ach bestimmt redet sie nur mit ihren Fantasiefreunden.” Dachten sich die zwei, lächelten und gingen weiter ihres Weges.  Aber dem Mädchen war wohl bewusst gewesen dass man sie entdeckt hatte, weshalb sie zukünftig immer vorsichtig war und leise sprach. Immer wenn dann jemand vorbei kam und sie dessen Schritte schon von weitem sehen konnte, verstummte sie und wartete still, bis die Stimmen außer hörweite waren. Dann redete sie fröhlich weiter, genoss die Sonne auf der Haut, lauschte den Vögeln und dem Gesprächspartner,den niemand außer ihr verstehen konnte.





Kapitel 1


Der leise Nachtwind wehte durch meine Haare, spielte mit den Strähnen und zerrte an meinem Kleid. Obwohl es schon mehrere Stunden her war, trug ich es immer noch. Es war handgenäht, reichte mir bis zu den Knien und strahlte in einem wunderschönen Waldgrün. Die weiche Seide kitzelte mich leicht als der Wind an ihr zerrte. Die Füße, die immer noch barfuß waren baumelten von der Dachkante. Es war einer meiner liebsten Plätze seit dem Umzug. Dort konnte ich sitzen, ohne grelle Straßenlaternen oder nervende Jugendliche ausblenden zu müssen. Hier oben war es ruhig, friedlich und wunderschön. Langsam wandte ich den Blick von den Sternen ab und richtete ihn auf das vor mir liegende Meer. Die Wellen die in stetem Rhythmus an den Strand rollten, nur um sich im selben Augenblick wieder im Meer zu verstecken. Wie ein neugieriges Tier das seinen Kopf aus dem Bau streckte, nur um sich sicherheitshalber doch wieder zu verkriechen. Kann ich dem Meer nicht übelnehmen. An dessen Stelle wöllte ich auch nichts mit uns zu tun haben.Klar nicht alle Menschen sind schlecht, und sie können auch echt faszinierend und interessant sein, aber andererseits haben wir auch Schuld an so viel schlechtem. Wenn es umgekehrt wäre, würden wir unsere negativen Gefühle an dessen Verursacher auslassen. Aber nicht die Natur. Sie vergibt uns immer und immer wieder, trotz unserer Fehler und Ignoranz. Und genau darum liebte ich sie so. In der Ferne konnte man Vögelrufen und Hundebellen hören. Doch ich starre weiterhin auf den Ozean. Das stete schwappen der Wellen beruhigte mich. Mit einem tiefen Atemzug schloss ich die Augen und lies mich von der Schönheit der Natur davontragen.



Die Wellen brachen gegen die Felsen. Immer und immer wieder. Das Wasser spritze manchmal meterhoch und vorbeifliegende Möwen drehten ihre Kreise. “Annie?” Immer noch abgelenkt von dem Schauspiel vor unserem Fenster gab ich nur ein abwesendes “Hm?” von mir. Meine Mutter räusperte sich “Annie.” “Ja?” Nun schaute ich auf und begegnete den besorgten Augen meiner Mutter. Sie nahm meine Hand in ihre und drückte sie. Kurz und fest. Dann ließ sie, sie wieder los und fuhr sich durch ihre langen, braunen Haare. “Dein Vater und ich haben nachgedacht und”, Oh nein, nein, nein. Nicht noch ein Umzug, Therapeut oder Familienurlaub. All das hatte ich nämlich schon hinter mir und hat rein gar nichts gebracht. Na gut, der Umzug hat mir das Meer und der Therapeut einen hervorragenden Einblick in meine ach so düstere Seele eingebracht, das was meine Eltern sich davon erhofft hatten- nämlich ihr altes ach so fröhliches Mädchen, wieder zu bekommen, hat sich nicht erfüllt. “und”, fuhr meine Mutter jetzt fort, “wir finden du...du solltest dir eine Beschäftigung suchen. Einen Job, ein Hobby, zur Uni gehen…” Na toll. Jetzt hatte ich mich hier gerade so gut eingelebt und dann soll ich mich gleich direkt wieder in die Welt begeben. Nicht das mich dort irgendjemand vermissen würde. Augenrollend gab ich nur ein murmelndes “Ich hab genung Beschäftigungen.” “Den ganzen tag in deinem Zimmer zu sitzen, Bücher zu lesen und aufs Meer zu schauen, ist definitiv nicht die Art beschäftigung die mir meinen, belle!” Fuhr meine Mutter auf. Ich biss mir auf die Unterlippe und schaute auf meine Hände. “Du musst mal wieder unter Leute gehn. Etwas neues erleben. Etwas das dich aus diesem.. diesem…” Diesem was?” Fuhr ich meiner Mutter dazwischen. “Diesem depressiven Trott rausholt.”Schloss meine Mutter. Wow. Ich hatte schon alles gehört. Und ich gebs ja zu ich hatte mich lang genug in meinem Zimmer verschachtelt und mich selbst bemitleidet aber Depressiv war ich ganz sicher nicht. Traurig, verletzt, wütend und etwas das ich nicht genau benennen konnte, aber definitiv nicht depressiv. “Ernsthaft?” Enttäuscht und verletzt funkelte ich meine Mutter an. “Annie”, setzte meine Mutter frustriert an doch ich unterbrach sie “Entschuldige das ich mich die meiste Zeit einfach scheiße fühle weil ich meinen besten Freund verloren hab, und wahrscheinlich auch Schuld an seinem Tod bin. Entschuldige das ich den meisten Tag in meinem Zimmer sitze und lieber Bücher lese anstatt zu trauern. Und.” Meine Mutter wollte etwas einwenden doch ich hielt eine Hand hoch um ihr zu bedeuten das ich noch nicht fertig sei. “selbst wenn ich depressiv wäre,dann wäre der Umzug wohl das schlimmste gewesen das ihr hättet tun können. denn jemanden mit einer psychischen Erkrankung aus dessen gewohnten Umfeld zu reißen ist genau das gegenteil von förderlich.” Mit diesen Worten stapfte ich Richtung Treppe. “Annabelle, Liebes, komm wieder her.” Doch ich ignorierte die Worte meiner Mutter und lief einfach weiter. Ich hörte noch wie sie sich seufzend die schläfen rieb und leise “woher weiß sie dass denn nun schon wieder” murmelte. In meinem Zimmer angekommen, ließ ich mich in meinen Sessel fallen, betrachtet den Ozean und schnappe mir dann mein aktuelles Fachbuch (über Depressionen, Schizophrenie und andere mentale Erkrankungen - wer hätte es gedacht) und fing an zu lesen.                   


Gegen Abend verließ ich das Haus, und ließ mich auf einem Felsen nahe der seichten Wellen nieder. Ich dachte über das Gespräch beim Frühstück mit meiner Mutter nach und zog mir meinen Sweatshirtjacke enger. Der Wind nahm zu und obwohl die Sonne noch schien reichte sie dennoch nicht aus um mich zu wärmen. Fröstelnd rieb ich mir über die Arme und beschloss den Strand entlang zu laufen um mich etwas zu wärmen. Sie hatten doch wirklich keine Ahnung. Sie verstanden es nicht. Nie tat das jemand. Andere wussten vielleicht wie es war einen Menschen zu verlieren, und vielleicht auch wie es war wenn man selbst schuld daran hatte, aber es war dennoch kein Vergleich. Der Schmerz seit mir Longford verlassen hatten nahm immer mehr zu, genauso wie die sehnsucht dorthin zurückzukehren. Doch gleichzeitig konnte ich es nicht. Nicht nur wegen Theo sondern auch wegen den Stimmen. Anfangs hielt ich sie für schlichte Einbildung oder vielleicht sogar halluzinationen. Doch sie verschwanden nie und verfolgten mich sogar in meine Träume. Vielleicht hätte ich damals schon etwas tun sollen, mit jemandem darüber reden sollen, dann wäre...vielleicht wäre er...Ich schüttelte den Kopf um den Gedanken aus meinem Kopf zu vertreiben. Auch wenn jeder mir einreden wollte es sei nicht meine Schuld gewesen, so weiß ich es doch besser...Wenn ich ihn nicht mitgenommen hätte...wenn ich mich früher ferngehalten hätte...Aber wie hätte ich es auch wissen sollen? Schließlich war der Wald nach wie vor einfach nur ein Wald und ich...war einfach nur...verrückt? Ich wusste es nicht….Auch nach dutzenden von wissenschaftlichen Büchern über mentale Krankheiten, Stimmen hören etc. gelesen habe, habe ich bis heute noch keine Erklärung für das gefunden was ich über die Jahre immer zunehmender erlebt habe. Einmal fand ich den Mut und erwähnte es beiläufig bei einer meiner Therapiestunden. Mit dem Endergebnis das er mit schizophrenie deklarierte ( und das obwohl einige der wichtigsten merkmale fehlten) und mich mit einem “lieb gemeinten Rat” Ich solle doch in eine Anstalt gehen wo sie mir besser helfen können , nach hause schickte. Meinen Eltern hatte ich davon bisher noch nichts erzählt und einfach behauptet das er mir nicht helfen könne. Was im Grunde ja auch stimmte. Tief durchatmen betrachtete ich die untergehende Sonne die langsam im Meer verschwand. Als ich klein war, meinten meine Eltern immer voller Spannung das, die Sonne sobald sie das Meer berührt ein lautes Zischen von sich geben würde um dann im Meer zu versinken. Voller vorfreude kniff ich meine augen dann immer ganz fest zusammen um den moment ja nicht zu verpassen und als es schließlich soweit war, hob mein vater mich immer ganz überraschend hoch und drehte mich im Kreis. Nachdem er mich runter ließ und ich enttäuscht feststellen musste dass die Sonne bereits verschwunden war, schaute ich ihn mit dieser typischen kindlichen Trauer an, woraufhin er nur entschuldigend mit den Schultern zuckte und behauptete das er mich einfach habe knuddeln müssen. Meist blieb ich den Weg zurück zum Hotel beleidigt, bis er mir anbot mir ein extra großes eis mit schlagsahne zu holen, womit das nicht gehörte zischen längst wieder vergessen war. Erst mit der Zeit begriff ich irgendwann das die sonne weder das meer berührte noch irgendein geräusch von sich geben würde. Zu schade. Ich hatte mir immer vorgestellt wie schön es wäre sich genau dann unter wasser zu befinden wenn die sonne darin versinkt und das meer erhellt. In meinem Kinderhirn war es das wohl schönste und magischste was ich mir vorstellen konnte. Bis der Wald irgendwann meinen namen rief...     

31.7.19 10:50


Obwohl es jetzt schon eine Ewigkeit her ist seit ich mich hier wirklich habe Blicken lassen, ist es doch immer wieder ein Ort den ich aufsuche wenn ich niemanden zum Reden habe und mich einsam fühle und gerne mit jemandem all das teilen würde was mich bedrückt und das ich mit anderen einfach nicht teilen kann. Auch wenn ich hier Niemanden mehr zum Reden habe und niemand wirklich diesen Blog liest erinnert er mich doch an die alten Zeiten zurück, als ich mt Menschen hierüber kommunizert und sie erst hierdurch gefunden habe. Und diese Menschen haben mir durch eine lange Zeit des "nicht dazugehörens und mit niemandem richtig reden könnens" geholfen. Auch wenn ich dieses Gefühl mittlerweile nur selten und meist abends bekomme, sehne ich mich nichtsdestotrotz nach dieser alten Vertrautheit und der Möglichkeit einfach alles frei zu erzählen ohne darüber nachzudenken wie, wer regieren wird...Ich könnte einfach alles loswerden und jemand würde mir zustimmen wie blöd es ist, anstatt mir zu sagen das es doch nicht so schlimm ist und was ich alles dagegen machen kann und das alles irgednwann besser wird. Manchmal will ich einfach eine tröstende Schulter an die ich mich anlehnen kann und die mir beisteht, anstatt Worte die ich in dieser Situation weder hören noch brauchen kann. Vielleicht sind sie motiverend für manche, aber für mich sind sie einfach nur nutzlos... Ich weiß das diese Menschen es nur gut meinen und dafür bin ich auch dankbar, aber dennoch...Dennoch hätte ich gerne diesen Jemand mit dem ich offen reden kann und der einfach nur da ist...
10.10.18 19:40


Wer auch immer meinen Blog ansieht - Mähne oder Chris...Oder sonst wer...

Ich hätte gerne jemanden zum Reden...

10.10.18 19:23


Phsychisch krank-Suche jemanden zum Austauschen

Hey. Momentan geht es mir phsychisch nicht sonderlich gut (aufgrund meiner depressionen etc.) daher würde ich mich sehr freuen, wenn es vielleicht jemanden gibt, dem es ähnlich geht und mit dem ich mich austauschen könnte. Freuen würde ich mich besonders über altersgleiche (20-24) bin aber für jeden offen.
27.9.18 18:15


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